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Das Gründungsdokument
„...denen
Musicanten die auf Cäcilientag verfallene Besoldung zur
Halbschaid 2 Gulden 30 Kreuzer”. So steht es in der
Jahresabrechnung der Stecherschen Stiftung von 1779, und
dieses Jahr sieht die Musikkapelle Eisenharz als ihr

Gründungsjahr an. Auch in den folgenden Jahren wird
diese Auszahlung immer wieder erwähnt, ergänzt um die
fast immer gleichlautenden Worte: „... den Musicanten
als gewöhnliche Besoldung...“. Die Auszahlung der
Besoldung war also bereits gute Gewohnheit, und wir
können zu Recht annehmen, dass zumindest von diesem
Zeitpunkt an in Eisenharz regelmäßig musiziert wurde.
Der Stiftungsgründer und Musikliebhaber Pfarrer Franz
Josef Stecher stammte aus dem barocken Bad Buchau und
wurde dann in das damals karge und abgelegene Allgäudorf
verschlagen. Er gründete die erste Schule in Eisenharz
und verband die Lehrerstelle mit dem Amt des Mesmers und
der Kirchenmusik. Der Lehrer sollte sein „ein Mann, der
die Jugend nicht nur im Wissen und gutem Betragen
unterrichtet, sondern auch dem Pfarrer zur Seite steht
beim Gottesdienst durch Gesang und Orgelspiel“.
Wir wissen es nicht genau, aber es ist gut möglich, dass
durch diese Kombination die Gründung einer Musikkapelle
gefördert wurde. Sicher ist, dass die ersten Dirigenten
von der Zunft der Lehrer gestellt wurden.
Die Zeit von 1779 bis 1909
Über diese Zeit ist leider nicht viel Schriftliches
überliefert. Anhand der Protokolle, die 1909 beginnen,
kann man aber schlussfolgern, dass hauptsächlich
Kirchenmusik gemacht wurde, dafür wurde man schließlich
auch jährlich bezahlt. Das Fronleichnamsfest stand hier
sicher an erster Stelle.
Die weltlichen Feste wie Kaisers und Königs Geburtstag
wurden natürlich ebenso gebührend gefeiert wie
Hochzeiten und Geburtstage. Aber auch zu
Beerdigungen
und Gedenkfeiern
für die in den Kriegen gefallenen Soldaten erklangen die
Weisen der Musikkapelle. Das heute noch übliche
Silvesterblasen hat seine Anfänge ebenfalls in dieser
Zeit. Im ersten schriftlichen Protokoll der Musikkapelle
von 1909 wird erwähnt, dass man in diesem Jahr, nach
15-jähriger Pause, wieder zum Silvesterblasen gegangen
ist. Man schaffte das Pensum mit 2 Gruppen an einem Tag
und war sehr zufrieden mit den Ein nahmen, 138,60 Mark.
Welche Literatur und in welcher Besetzung gespielt
wurde, wissen wir nicht genau. 1955 hat Oberlehrer
Hammer anlässlich des Musikfestes im Pfarrurbar
recherchiert und allerhand Rechnungen und Eintragungen
zu Tage gefördert. 1819 erscheint zum Beispiel eine
Rechnung für die Reparatur einer Klarinette und 1828
wurden Noten für 16 Trompeten und 14 Waldhörner
beschafft! Welches Stück da gespielt werden sollte,
werden wir leider nicht mehr erfahren.
Ebenfalls fand 1955 ein Treffen von betagten Musikanten
statt. Josef Schwarz, Altbauer, 86 Jahre alt aus
Vorholz, Alois Schwärzler, Rentner, 85 Jahre alt aus
Bienzen, Gebhard Speckle, Schuhmachermeister, 82 Jahre
alt aus Eisenharz und Georg Weber, Schmiedemeister, 73
Jahre alt aus Albris fertigten über ihre Erinnerungen
und dem Wissen aus den Pfarrakten ein Protokoll. In
diesem wurden viele ehemalige Musikanten und die
jeweiligen Dirigenten aufgeschrieben. Der erste Dirigent
war danach der Lehrer Maximilian Degen. 1813 war es
Josef Weizenegger, von 1814 bis 1846 Remigius Leiprecht.
Sein Nachfolger war der 1815 geborene Josef Anton Ege,
viele Jahre lang Lehrer in Eisenharz und Dirigent der
Kapelle bis 1864.
Dann endete die Ära der Lehrer als Dirigenten, das Amt
ging an den Schmied Michael Schwarz aus Albris, und in
diesem Hause und bei diesem Berufsstand sollte es über 120 Jahre
lang bleiben. Im Jahre 1880 übergab Michael
Schwarz
den Dirigentenstab an seinen Schwiegersohn Franz Josef
Weber, in dessen Amtszeit 1906 die jetzige Fahne des
Musikvereins geweiht wurde, verbunden mit einem großen
Fest für den Dirigenten, den Verein und den ganzen Ort.
Die Freude über die neue Fahne war für den Dirigenten
allerdings nur kurz, eine plötzliche Krankheit brachte
ihm 1908 den Tod und sein Sohn Georg Weber, geboren
1882, zu dieser Zeit auf der Walz, musste schnell
heimkehren und die Schmiede und die Musikkapelle
übernehmen.
Seit dieser Zeit hat die Musikkapelle auch einen
Vorstand. Oberlehrer Nikolaus Gfrörer, auch Dirigent des
Kirchenchors, hatte dieses Amt inne.
Die Jahre
vor dem 1. Weltkrieg
Georg Weber legte gleichzeitig mit der Übernahme des
Dirigentenstabs das erste Protokollbuch der Musikkapelle
an und war damit Dirigent und Schriftführer in einer
Person. Anhand dieses Protokolls können wir erstmals
alle Auftritte das Jahr über und den genauen Ablauf
derselben verfolgen. Fronleichnam begann in diesen
Jahren immer mit einem Weckruf der Kapelle um 4.00 Uhr,
es folgte der Kirchgang um 8.00 Uhr und die Prozession
mit den Vereinen. Am Nachmittag gab es, nach einem
weiteren Kirchgang, im Gasthaus „Zur Linde“ im Sandraz
oder im „Sonnengarten“ in Eisenharz Unterhaltungsmusik
für die Gemeinde. Die Pflege der Kameradschaft kam auch
nicht zu kurz. Schon 1910 unternahm die Kapelle einen
2-tägigen Ausflug nach St. Gallen, dem Dirigent Weber
durch seine Zeit auf der Walz eng verbunden war. Man
reiste natürlich noch nicht mit dem Bus, sondern mit
einem Fuhrwerk, das man nach dem Besuch der Frühmesse
bestieg und welches die Musikkameraden nach Hergatz
brachte.
Mit dem Zug ging es dann nach Lindau, mit dem Schiff
nach Rohrschach und abermals mit dem Zug nach St.
Gallen. Nach verschiedenen Ständchen, Besichtigungen und
Besuchen verbrachte man einen Abend im Kolpinghaus, wo
man auch übernachtete. Am nächsten Tag ging es dann mit
dem Zug wieder nach Hause, wo man abends um neun „hochbefriedigt“
ankam.
Zwei ganz große Feste
konnte man in den folgenden Jahren feiern. 1911 fand die
Primiz von H. H. Gottfried Wucher statt, die erste seit
30 Jahren in Eisenharz, und 1912 die Hochzeit von
Dirigent Georg Weber und seiner Frau Agathe, für eine
Musikkapelle natürlich ein ganz besonderes Fest.
Ebenfalls beteiligte man sich 1912 an der Fahnenweihe
des Musikvereins Heimenkirch, 1913 konnte das neue
Schulhaus eingeweiht werden, und 1914 erfolgte die Weihe
der neuen Fahne des Turnvereins.
Der 1. Weltkrieg und die Zeit
zwischen den Kriegen
Die jungen Männer wurden zu den grausamen Kämpfen in den
Schützengräben eingezogen. Viele davon kamen nicht
wieder, 34 mal mussten die alten Musi kanten für die
Gefallenen das Lied vom „Guten Kameraden“ spielen.
Doch auch mitten in der
größten Not des Kriegs gab es Grund zur Freude. Am 2.
Juni 1918 feierte Pater Theodor Bihler (Pater Engelbert)
seine Primiz in Eisenharz. Nach dem Krieg gab es eine
Reihe von Priesterweihen: 1919 Pfarrer Heinrich Detzel,
1922 Pfarrer Josef Kulmus, 1923 Pater Eduard
Schweinberger, 1926 Pfarrer Matthias Mayer (der Bruder
des Schriftführers Benedikt Mayer), 1936 Pater Reinhard
Kempter und 1937 Pater Reinhard Kolb. Diese Feste
brachten immer große Aufgaben für die Musikkapelle.
Die aus dem Krieg zurückgekehrten Soldaten widmeten
sich, froh dem Grauen des Krieges entkommen zu sein,
neben dem Beruf auch wieder dem Vereins- und
Gemeindeleben. 1922 nahm die Musikkapelle an der
Fahnenweihe des Radfahrvereins Concordia teil, 1927 fand
der erste feierliche Stephansritt statt, und 1933 wurde
Pfarrer Prestel in sein Amt als Seelsorger in Eisenharz
eingeführt. Auch Hochzeiten gab es wieder. 1932
heiratete Xaver Singer, der die heutige Fahnenstange
geschnitzt hat, 1933 Martin Schneider, und ebenfalls
1933 wurde Bürgermeister Hermann Kinkele in sein Amt
eingesetzt. Auch eine alteingesessene Firma, der das
Dorf einen großen Aufschwung zu verdanken hatte, die
Firma Wunderlich, feierte im Dezember 1933 ihr
50-jähriges Betriebsjubiläum.
Neben diesen „alltäglichen“ Auftritten übten die
Musikanten immer wieder um sich bei Wertungsspielen mit
anderen Kapellen zu messen. Das erste Mal nach dem Krieg
nahm man am Wertungsspiel in Gebrazhofen teil, noch mit
mäßigem Erfolg. Aber schon 1926 gab es in Bad Wurzach
einen 2. , bei den Musikfesten Roggenzell und Wangen im
Jahr 1928 einen 1. Preis und in Waldsee 1939 ein Diplom.
Einen Höhepunkt in der
Vereinsgeschichte stellte bestimmt das Wertungsspiel
anlässlich des 1. Bundesmusikfestes am 25. Mai 1930 in
Friedrichshafen dar.
Aus dem Bericht der Wertungsrichter:
„....Zunächst beginnt der Verein mit einem guten, reinen
Des-Dur, eine Wohl-
tat, dann zeigt er uns seine weiche Tongebung, und nun
hören wir dass der
Dirigent sogar ein Grobschmied von Beruf sein soll. Ein
Kampfrichter aber
meinte, nach seiner Musik zu urteilen, wird er wohl
Goldschmied sein!“

Muikkapelle 1927
Hintere Reihe: H. Gruber, Stadelmann Gebhard, Zwerger
August, Baur Max, Prinz Karl Fähnrich, Stadelmann Josef,
Schneider Martin, Morent Martin, Gruber Max
Mittlere Reihe: Singer Josef, Mayer Josef, Speckle
Heinrich, Singer Xaver, Schneider Karl, Kulmus Anton,
Mayer Benedikt, Schneider Otto, Kulmus Michael, Walser
Thomas
Vordere Reihe: Buhmann Baptist, Witzigmann Xaver,
Gfrörer Nikolaus Vorstand, Weber Georg Dirigent, Buhmann
Baptist sen., Albrecht Remig, Kempter Dominikus
Die Kapelle erreichte mit dieser Leistung den 1. Preis
von 17 Kapellen, die in der Mittelstufe angetreten
waren! „Was kann es schöneres geben“, schreibt
Schriftführer Benedikt Mayer dazu im Protokoll.
Am 24. März 1935 fand eine wichtige Versammlung der
Musikkapelle statt. Der bisherige Vorstand, Oberlehrer
Gfrörer, seit 27 Jahren im Amt, bat seines hohen Alters
wegen um Entlassung. Er wurde in der gleichen
Versammlung zum Ehrenmitglied ernannt und als sein
Nachfolger Bürgermeister Kinkele gewählt. Ebenfalls in
dieser Versammlung beschloss man eine sogenannte
„Gleichtracht“ (Uniform) anzuschaffen, und es wurde
erstmals ein Ausschuss gewählt. Die neue Uniform wurde
dann von Schneider Brunner aus Eisenharz genäht und bei
der Primiz von Pater Reinhard Kempter zum ersten Mal
getragen. Der neu gewählte Ausschuss traf sich am 16.
Juli 1935 um das anstehende Musikertreffen in Eisenharz
vorzubereiten, welches am 28. Juli 1935 stattfand.
Die Musikkapellen Eglofs, Christazhofen, Ratzenried,
Merazhofen, Beuren, Deuchelried, Gestratz und Eisenharz
nahmen daran teil. Anlässlich dieses Festes wurden Remig
Albrecht, Josef Singer, Baptist Buhmann und Thomas
Walser geehrt, welche sich schon 25 Jahre und mehr in
den Dienst des Vereins gestellt haben. Geehrt wurde auch
Dirigent Georg Weber, zu diesem Zeitpunkt schon 40 Jahre
Musikant, davon 26 Jahre als Dirigent, und Ehrenvorstand
Nikolaus Gfrörer.
Schon bald darauf gab es noch ein großes Fest in
Eisenharz. Der Turnverein hatte mit Hilfe seines
rührigen Vorstandes Carl Wunderlich eine Turnhalle
gebaut, die am 1. September 1935 eingeweiht wurde.
1938 starb Ehrenvorstand Nikolaus Gfrörer im 78.
Lebensjahr. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung
wurde er zu Grabe getragen. Seit 1933 regierten die
Nationalsozialisten, und diese Zeit ging natürlich auch
an der Musikkapelle Eisenharz nicht spurlos vorbei. Zu
den bisherigen Auftritten kamen noch, wie überall in
Deutschland, Auftritte bei Parteiversammlungen und
Aufmärschen der NSDAP, beim Nationalfeiertag am 1. Mai
und an Heldengedenktagen hinzu. Die zahlreichen Gäste
aus der „Kraft durch Freude“- Bewegung waren gern
gesehen und wurden oft mit einem kleinen Konzert begrüßt
oder verabschiedet. Doch schon 1938 wurde wieder zu
Rekrutenabschieden gespielt und ab September 1939 war.
Wieder Krieg
Schon am 3. Juli 1940 musste die Musikkapelle zum ersten
Gefallenengottesdienst ausrücken, und wohl niemand
konnte sich damals vorstellen, wie viele Opfer dieser
Krieg bis zum Ende fordern würde. Immer öfter traf die
traurige Nachricht ein, dass Söhne, Familienväter oder
Brüder gefallen sind, und den daheimgebliebenen
Musikanten blieb nichts, als den Gefallenen, trotz eines
späteren Verbots der NSDAP, immer wieder die letzte Ehre
zu erweisen. Aber auch in dieser dunklen Zeit gab es
besondere Feste zu feiern, gedrückt allerdings durch die
Sorge um die Angehörigen im Krieg. 1941 war es die
Hochzeit von Schriftführer Benedikt Mayer mit Luise
Kolb, und 1942 feierte Pfarrer Xaver Mayer vom
Dämpferhof in Eisenharz sein erstes Messopfer. Da so
viele Musikanten im Krieg waren, tat man sich mit der
Musikkapelle Eglofs zusammen um diese Feierlichkeiten
würdig musikalisch umrahmen zu können. Auch die
Tradition des Stephansritts konnte den ganzen Krieg über
fortgesetzt werden, begleitet von der Musikkapelle, so
gut es ging.
Die Nachkriegszeit
Manche Musikanten kehrten heim, und die Musik wird
vielen geholfen haben zu vergessen. Schon am 1. Januar
1946 gab man zu Ehren der Heimkehrer ein Platzkonzert,
und obwohl sie dies eigentlich verboten hatten, sparten
die Besatzungstruppen nicht mit Beifall.
Die Not war immer noch groß, aber mit der Zeit stellte
sich die Lebensfreude wieder ein, und die Menschen
freuten sich alte Bräuche wieder aufnehmen und Neues
beginnen zu können. Ab 1947 gab es wieder Konzerte, die
Fasnet wurde wieder abgehalten, der Weiße Sonntag
gefeiert. Im Mai 1948 war die Musikantenhochzeit von
Josef Zeh und Agathe Schweinberger, und im gleichen Jahr
beteiligte sich die Kapelle in Waldsee zum ersten Mal
nach dem Krieg
wieder an einem Wertungsspiel.
Zur Gründungsversammlung des Heimat- und Trachtenvereins
1948 spielte natürlich die Musikkapelle, und da die
Uniformen und Instrumente gelitten hatten, entschied man
sich in diesem Jahr das Silvesterblasen wieder
aufzunehmen.m Vorabend zu Himmelfahrt, am 17. Mai 1950,
läuteten erstmals wieder die Glocken vom Kirchturm von
Eisenharz. Die ganze lange Zeit während des Krieges
konnte nur mit einer kleinen Glocke zum Gottesdienst
gerufen werden, da alle anderen für den Krieg geopfert
werden mussten. Zuvor, am 14. Mai 1950, wurden die neuen
Glocken feierlich und im Beisein der gesamten Gemeinde
geweiht. Auch die Kapellen von Alleschwende und Matzen
erhielten in diesem Jahr wieder Glocken.
Dann waren wieder Musikantenhochzeiten zu feiern. 1952
heiratete unser heutiger Ehrendirigent Georg Weber und
ebenfalls 1952 Fähnrich Wilhelm Weber. Mit einem
Festbankett, Kirchgang und einem farbenfrohen Festzug
feierte der Heimat- und Trachtenverein „Gießbachtaler“
im Juli 1953 die Weihe der neu angeschafften Fahne.
Unter großer Anteilnahme der Gemeinde und natürlich der
Musikkapelle wurde im Oktober dann die Investitur von
Pfarrer Dominikus Butscher gefeiert und im November 1954
das 40-jährige Priesterjubiläum von Pater Meinrad
Schweinberger, der lange Jahre Missionar in China war.
Nach 5 Jahren Pause nahm man in Eisenharz die gute
Tradition der Wertungsspiele wieder auf und stellte sich
der Kritik der Wertungsrichter: 1953 in Wangen, 1954 in
Bad Wurzach, 1955 in Kreßbronn, 1956 in Beuren, 1957 in
Isny und 1959, dem letzten Jahr der Dirigentschaft von
Georg Weber senior, in Schwarzenbach und in Scheidegg.

Kapelle 1955
Hintere Reihe: J. Buhmann, O. Schneider, H. Gürtler, F.
Rummel, J. Zeh, J. Weber, A.Zwerger sen., A. Zwerger
jun. J. Baldauf, F. Schönberger, Willi Weber (Fähnrich),
G. Weber, J. Albrecht, Theo Walser
Vordere Reihe: Jos. Wucher, Jos. Loritz, M. Morent, B.
Buhmann, M. Schneider, G. Weber (Dirigent), B. Mayer, J.
Singer, G. Stadelmann
Das Kreismusikfest
1955
Vom 14. bis 15. Mai 1955 fand das Kreismusikfest
anlässlich des 175-jährigen Bestehens der Musikkapelle
Eisenharz statt. 31 Kapellen nahmen trotz des sehr
schlechten Wetters, die Eisheiligen ließen grüßen, daran
teil. 16 davon haben am Wertungsspiel teilgenommen.
Das
Fest wurde mit einem Festbankett im Festzelt eröffnet.
Diesen festlichen Rahmen nutzte man um einen Rückblick
zu halten und verdiente Musikanten zu ehren. Die
silberne Ehrennadel erhielten Josef Buhmann (25 Jahre)
und Josef Zeh (26 Jahre), Martin Morent (30 Jahre),
Gebhard Stadelmann (30 Jahre), Baptist Buhmann (32
Jahre), Martin Schneider (32 Jahre), Otto Schneider (35
Jahre), Benedikt Mayer (36 Jahre), und August Zwerger
(44 Jahre) wurde mit der goldenen Ehrennadel geehrt.
Eine besondere Ehrung wurde Dirigent Georg Weber sen.
zuteil. Für seine Verdienste um die Gemeinde, er war
Vorstand der Darlehenskasse, ältestes Mitglied des
Gemeinderats und nach dem Krieg in schwierigster Zeit
von 1946 bis 1948 Bürgermeister, wurde ihm auf
einstimmigen Beschluss des Gemeinderats von
Bürgermeister Kempter die Ehrenbürgerwürde verliehen.
Noch nie zuvor hatte ein Bürger der Gemeinde diese
Auszeichnung erhalten. Für 60 Jahre als Musikant, davon
47 Jahre als Dirigent, durfte Georg Weber den
Bundesehrenbrief entgegennehmen.
Der Sonntag gehörte dann den Wertungsspielen, dem
Festgottesdienst, dem Umzug bei immer noch strömendem
Regen und dem Nachmittagskonzert mit der Bekanntgabe der
Wertungsspielergebnisse. Dem schlechten Wetter zum Trotz
ließ man das Fest am Montag Abend in der Turnhalle mit
einem Bunten Heimatabend ausklingen.

Die Jahre 1955 - 1959
Diese brachten 1956 den Abschluss der Umbauarbeiten an
der Kirche, welche am 14. Oktober mit einem großen
Festakt eingeweiht wurde. 1959 ging Bürgermeister
Kempter in den Ruhestand, und der neu gewählte
Bürgermeister Scheitenberger wurde mit den Klängen der
Musikkapelle in sein Amt eingesetzt.
Herrlicher Sonnenschein begleitete die Musikkapelle und
die Vereine, die am Sonntag, dem 7. Juni 1959 angetreten
waren, um Dirigent Georg Weber zum Kirchgang zu
begleiten und das 50-jährige Dirigentenjubiläum mit ihm
zu feiern. Pfarrer Butscher dankte hier dem Jubilar für
seine treuen Dienste. Benedikt Mayer begrüßte am Abend
die zahlreichen Gäste, die in den Sonnensaal gekommen
waren. Bürgermeister Scheitenberger sprach den Dank der
Gemeinde aus und übergab Georg Weber wie auch seinem
ehemaligen Fähnrich Anton Wucher eine Ehrenurkunde für
40-jährigen ehrenamtlichen Dienst als Gemeinderat. Auch
der Bezirksvorsitzende Sepp Mahl gratulierte herzlich
und verlieh dem Jubilar die Dirigenten-Ehrennadel in
Gold. Über 50 Jahre hat Dirigent Georg Weber die Kapelle
geleitet, und dabei, wie Bürgermeister Scheitenberger in
seiner Dankrede aufführte, mindestens 2500 normale
Musikproben gehalten und ca. 15.000 Kilometer allein als
Wegstrecke zu den Proben zurückgelegt. Die Musikproben
in der Schmiede in Albris und die Zeit für die
Ausbildung der jungen Musikanten habe niemand gezählt.
Mit seiner menschlichen Wärme, seiner Kameradschaft und
der Fähigkeit Gegensätze auszugleichen, habe er eine
festgefügte Gemeinschaft geprägt und diese zu hohem
Ansehen geführt.
Im Herbst 1959, nach dem Wertungsspiel in Scheidegg,
übergab Georg Weber den Taktstock an seinen Sohn Georg
Weber junior, geboren 1920, der sich in einem
Dirigentenkurs schon vorher auf das Amt vorbereitet
hatte.
Dirigent Georg Weber (geboren 1920)
Die bestehende Tradition wurde durch diesen Wechsel
nahtlos fortgesetzt. Die Auftritte zu den kirchlichen
und weltlichen Festen blieben bestehen und auch die
jährlichen Konzerte im Frühjahr und Herbst wurden
weitergeführt. Bei so vielen Auftritten durfte man sich
natürlich auch jedes Jahr einen Vereinsausflug gönnen.
Zusätzlich zu den bisherigen jährlichen Auftritten hielt
man ab 1961 immer wieder einen Musikball ab. In den
ersten Jahren war der Dirigent gleichzeitig Ansager, ab
1966 übernahm dies dann teilweise Vorstand Josef Loritz.
Es war natürlich Ehrensache, dass man den ganzen Abend
mit Programm einschließlich Tanzmusik gestaltete.
Tanzmusikgruppen wie man sie heute kennt, gab es damals
noch nicht häufig.
Schon am 15. Mai 1960 wurde das erste Frühjahrskonzert
mit dem neuen Leiter abgehalten. Wie dem Protokoll zu
entnehmen ist „...spielte sich das Konzert gut und fl
ott ab, und fand allseits Lob und Anerkennung“. Georg
Weber setzte auch die lange Tradition von
Wertungsspielen fort. Beginnend mit dem Musikfest 1961
in Christazhofen nahm die Kapelle in der Folge so gut
wie jedes Jahr ein- oder sogar zweimal an einer solchen
Prüfung teil.
In Christazhofen spielte man in der Mittelstufe „Die
Strasse nach Jelowka“ als Selbstwahlstück und erreichte
auf Anhieb einen 1. Rang mit 112 Punkten. Abends
unterhielt man dann noch die Gäste im Festzelt mit
Stimmungsmusik. Diesen konzentrierten Auftritten folgte
der denkwürdige Jahresausflug in die Silvretta mit einem
Aufenthalt auf der Schattenburg, von dem viele ältere
Musikanten noch heute erzählen.
Freude und Trauer in Albris
Am 9. Juli 1961 durfte man sich nach längerer Zeit in
Eisenharz wieder über eine Primiz freuen. Pater Nikolaus
Wucher feierte in Eisenharz sein 1. Messopfer. Die
Musikkapelle umrahmte dieses hohe Fest mit ihren Weisen
natürlich gern, zumal Pater Nikolaus mitten aus einer
Musikantenfamilie stammt. 1962, am 16. Juli, feierten
Ehrendirigent Georg Weber und seine Frau Agathe das
seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Wenig später am 6.
August konnte Georg Weber seinen 80. Geburtstag feiern.
Seiner Frau Agatha war das leider nicht vergönnt. Sie
starb am 23. Oktober 1963 im Alter von 79 Jahren.
Die Musikkapelle spielte „aus Anerkennung und
Dankbarkeit.... Jeder einzelne unserer Gesellschaft
hatte Achtung vor ihr, was Sie mit Ihrer stillen
Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit alles für unsere
Gesellschaft getan hat, ist sehr viel, Sie galt als
Mutter unserer Musikkapelle“ so Benedikt Mayer in seinem
Protokoll.

Am 11. Oktober 1969 hatte die Musikkapelle die traurige
Pflicht ihrem Ehrendirigenten Georg Weber das letzte
Geleit zu geben. Von Sandraz aus begleitete sie die
große Trauergemeinde, und Vorstand Josef Loritz dankte
dem Verstorbenen am Grab für seine unermüdliche Arbeit
als Musikant und Dirigent der heimischen Musikkapelle,
bevor diese das Lied vom „Guten Kameraden“ spielte.
Schon bald darauf, am 6. Januar 1970, starb Anton Wucher
aus Albris, und die Musikkapelle musste wieder ausrücken
um ihrem ehemaligen Fähnrich das letzte Geleit zu geben.
Dessen Sohn Josef Wucher (Bassist) starb auf den Tag 5
Jahre später am 6. Januar 1975 im Alter von nur 52
Jahren und wurde von der Kapelle auf seinem letzten Gang
begleitet.
Jubiläen und Feste
Immer wieder wurden in dieser Zeit besondere Anlässe
gebührend gefeiert, unterstützt und musikalisch umrahmt
von der Musikkapelle Eisenharz. 1962, vom 1. bis 3.
September, feierte der Turnverein sein 50-jähriges
Bestehen. Der Kriegerverein feierte am 21. Juli 1963
sein 60-jähriges Bestehen mit einem Feldgottesdienst auf
„Lochers Anhöhe“, am 25. August desselben Jahres wurde
das neue Kriegerdenkmal eingeweiht. Pater Meinrad
Schweinberger konnte am 5. Juli 1964 sein Goldenes
Priesterjubiläum feiern.
Die neue bodenständige Tracht
Anlässlich des Frühjahrskonzerts am Ostermontag 1963
wurde der Öffentlichkeit eine neue Tracht in
bodenständigem Stil vorgestellt. Nach eingehenden
Beratungen mit Bürgermeister Scheitenberger und dem
Heimatpfl eger Dr. Weitnauer hatte man sich zuvor für
die Anschaffung einer solchen entschieden. Dirigent
Georg Weber bedankte sich bei dieser Gelegenheit bei der
Gemeinde Eisenharz, bei S. D. Fürst Georg von Waldburg
Zeil, und allen anderen Spendern für deren großzügige
Unterstützung.

Am 20. Oktober 1963 wurde zudem ein Heimatabend
veranstaltet, bei dem die neuen historischen Trachten
der Fahnenbegleitungen vorgestellt wurden. Diese
schmücken auch heute noch, frisch restauriert,
Fahnenbegleitungen und Fahne.
Das Herbstkonzert 1965 verdient besondere Erwähnung.
Hier trat einmal der Liederkranz Bonlanden (Biberach)
auf, und zum anderen konnte Dirigent Georg Weber 10
Jungmusikanten, von ihm selbst ausgebildet, vorstellen.
Ein Vorstand wird wieder gewählt
Am 28. Oktober 1966 versammelte sich die Musikkapelle um
zur Entlastung des Dirigenten einen Vorstand zu wählen.
Bisher wurde diese Funktion vom Dirigenten in
Personalunion ausgeführt. Als Vorstand wurde Josef
Loritz und als Kassier Theodor Walser gewählt, beides
Persönlichkeiten, welche die Geschicke der Musikkapelle
zusammen mit dem Dirigenten lange Zeit auf das Beste
lenken sollten.
Zu dieser Zeit wechselte auch das Amt des
Schriftführers. Bis dato hatte dies Benedikt Mayer seit
1918, also 48 Jahre lang, peinlichst genau ausgeführt.
Ihm ist an dieser Stelle ein besonderer Dank
auszusprechen. Ohne seine genauen Aufschriebe wäre diese
Chronik so nicht möglich gewesen. Einige Berichte hat
dann Mayer jun. geschrieben, einige Vorstand Josef
Loritz, und 1968 übernahm Josef Singer aus Matzen das
Amt.
Die Freundschaft mit der Musikkapelle
Röfingen
Diese begann anlässlich des dortigen Musikfestes vom
28.–29. Juni 1969. Josef Stadelmann, der Bruder unseres
langjährigen Bassisten Gebhard, hatte diese Verbindung
hergestellt. Trotz eines wahren Marathonprogramms, man
spielte am Samstag Wertungsspiel, am Sonntag Weckruf,
umrahmte den Gottesdienst mit der „Schubert Messe“, nahm
am Festzug teil und spielte von 16.00 – Mitternacht zur
Unterhaltung der Gäste im Festzelt, fand sich noch Zeit
um mit den Röfi nger Musikanten enge Freundschaft zu
schließen. Schon im Mai des folgenden Jahres wurden
diese zu einem Gegenbesuch eingeladen, worauf mehrere
Treffen folgten. 1980, bei unserem letzten großen
Musikfest, führten die Röfinger unseren Festzug an, und
1982 durften wir das Feuerwehrfest in Röfingen
musikalisch umrahmen. Zur Zeit liegt diese Freundschaft
leider etwas auf Eis, aber vielleicht ergibt sich ja in
der Zukunft eine Gelegenheit diese wieder zu erwärmen.
Die Gründung Argenbühls
Schon vor diesem Ereignis, als wollte man der Politik
vorgreifen, fand 1968 ein Doppelkonzert mit der
Musikkapelle Eglofs statt. Dieses war der Auftakt einer
ganzen Reihe von Konzerten, die abwechselnd in Eglofs
und in Eisenharz stattfanden. Am 12. Juni 1972 hatte
dann die Musikkapelle Eisenharz die Ehre, der
Amtseinsetzung von Bürgermeister Paul Mayer
musikalischen Glanz zu verleihen. Von 1973 an wurden
mehrere Gemeinschaftskonzerte der fünf Argenbühler
Musikkapellen abgehalten, welche beim Publikum sehr
großen Anklang fanden, und heute, etwas abgewandelt, in
Form des „Sternmarschs“ ihre Fortsetzung fi nden. Zum
ersten Konzert hatte Walter Schneider, damals Mitglied
der Musikkapelle Eisenharz, die „Argenbühler Polka“
komponiert, welche mit großem Erfolg uraufgeführt wurde.
Auch in der Kirchengemeinde St. Benedikt in Eisenharz
begann am 5. Dezember 1971 ein neues Kapitel. Mit großer
Freude und der Anteilnahme der ganzen Gemeinde wurde die
Investitur von Pfarrer Hänsler gefeiert.
Das 110-jährige Dirigentenjubiläum im
Hause Weber Albris
Dieses wohl einmalige Fest wurde am 5. Januar 1975 auf
Initiative von Schriftführer Josef Singer gefeiert. Seit
1864 befand sich der Dirigentenstab in den Händen der
Schmiedemeister aus Albris. Anlässlich eines Konzerts im
Sonnensaal gratulierte Bezirksvorsitzender Sepp Mahl
und überreichte dem Hause Weber im Namen des
Volksmusikerbundes dessen höchste Auszeichnung, die
Bundesehrenmedaille am Bande. Bürgermeister Mayer und
Pfarrer Hänsler gratulierten, und Vorstand Josef Loritz
sprach den Dank der Musikkapelle aus. Die Ambosspolka,
bei vielen Festen der Familie Weber aufgeführt, durfte an
diesem Abend natürlich nicht fehlen. Zusammen mit seinen
Brüdern Josef und Franz, und Schmiedemeister Eugen Rast
schmiedete Dirigent Georg Weber das glühende Eisen.
Die Musikkapelle verjüngt sich
Im März 1975 wurde die erste Alteisensammlung
durchgeführt. Auf zum Teil abenteuerliche Weise wurde in
der gesamten Gemeinde das Altmaterial zusammengetragen.
Freudiger Anlass war der Finanzbedarf, der auftrat, um
Instrumente für 20 Jungmusikanten, die sich zur
Ausbildung angemeldet hatten, zu beschaffen! Dank der
Arbeit von Georg Weber und Helfern aus den Registern
durften sich 15 davon schon zum Herbstkonzert im
gleichen Jahr mit dem „Alpha Marsch“ der Öffentlichkeit
vorstellen.
Viele der jungen Musikanten blieben bei der Stange und
konnten 1977, als krönenden Abschluss ihrer Ausbildung,
beim Wertungsspiel in Roggenzell, einen 1. Rang mit
Auszeichnung in der Mittelstufe feiern. Angetreten war
man mit 34 Musikanten, davon 16 Jugendlichen!


Kapelle beim Musikfest 1980
3. Reihe stehend: Gerhard Weber (ohne Bild), Josef
Weber, Bernhard Zeh, Hugo Jocham, Hansjörg Rasch, August
Zwerger, Hilde Stadelmann, Hermann Bodenmiller, Karl
Weber, Ingrid Weber, Hansjörg Weber, Rudi Weber, Josef
Wucher, Bernhard Kolb.
2. Reihe stehend: Gebhard Stadelmann, Josef Singer, Hans
Pfurrer, Josef Singer, Werner Locher, Eugen Weber, Georg
Weber, Josef Zeh, Franz Schönberger, Hermann Schele,
Adalbert Weber, Gebhard Stadelmann.
1. Reihe sitzend: Veronika Weber, Gabi Weber, Sabine
Brunold, Josef Loritz, Gerhard Strodel, Theodor Walser,
Alfred Lanzenberger, Ingrid Singer, Brigitte Wucher,
Otto Mayer.
Ein ereignisreiches Jahr 1977
Am 13. und 14. August feierte Pater Thomas Mayer,
langjähriger Trompeter der Musikkapelle, Primiz in
Eisenharz. Vor elf Jahren hatte er sich entschieden in
den Benediktinerorden einzutreten. Die Musikkapelle
feierte mit der gesamten Gemeinde dieses Fest, und die
gemeinsame Freude mit dem Primizianten war größer als
die leise Wehmut einen guten Musikanten verloren zu
haben. Der Schützenverein hatte erstmals in seiner
Vereinsgeschichte eine Fahne angeschafft, welche am 16.
Oktober 1977 feierlich geweiht wurde. Seit 1977 nimmt
die Musikkapelle auch regelmäßig an den Standkonzerten
in Isny teil, am Anfang noch in der Fußgängerzone, heute
beim Pavillon am Kurhaus. In der „Alten Schule“ konnten
wir ebenfalls 1977 nach einigen Arbeiten für die
Inneneinrichtung ein neues Probelokal beziehen.
Das Musikfest 1980
begann eigentlich schon 1979! Und zwar mit der
Anschaffung einer neuen Tracht, die wegen der vielen neu
hinzugekommenen Jungmusikanten und dem Verschleiß der
alten Tracht notwendig geworden war. Am 6. Mai 1979
wurde diese anlässlich eines Frühjahrskonzerts der
Öffentlichkeit vorgestellt. Ein wichtiges Datum ist der
14. Mai 1979. Dies ist der Tag, an dem in einer
Versammlung die Gründung eines eingetragenen,
gemeinnützigen Vereins beschlossen wurde. Der zu diesem
Verein gewählte Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
Dirigent: Georg Weber,
1. Vorstand: Josef Loritz,
2. Vorstand: Gebhard Stadelmann,
Schriftführer: Josef Singer,
Kassier: Theodor Walser,
Beisitzer: Josef Zeh, Franz Schönberger, Otto Mayer,
Hansjörg Weber
Es wurde dann von Vorstand Josef Loritz eine Satzung
erstellt, die bei einer außerordentlichen
Generalversammlung am 10. Oktober 1979 verabschiedet
wurde. Die bisher erreichten Erfolge in der Mittelstufe
und auch das bevorstehende Musikfest hatte Dirigent
Georg Weber wohl im Blick, als er sich entschloss am 15.
Juli 1979 in Molpertshaus zum ersten Mal beim
Wertungsspiel in der Oberstufe teilzunehmen. Belohnt
wurde die Kapelle für diesen Mut mit einem guten 1.
Rang.
Vom 11. bis 14. Juli 1980 fand dann das 4.
Kreisverbandsmusikfest statt. Zu den „Eisenharzer
Musiktagen“, wie Vorstand Josef Loritz sie nannte, kamen
21 Kapellen zum Wertungsspiel, und 16 Gruppen nahmen
beim Jugendkritikspiel teil. Am Festzug waren 59
Musikkapellen, 9 Festwagen, sowie Festreiter und
Landauer beteiligt.
Anlässlich des Festbanketts am Samstag Abend erhielt die
Kapelle durch Landrat Dr. Blaser die „Pro Musica
Plakette“ verliehen. Auch besonders verdiente Musikanten
wurden geehrt.
Dank der umsichtigen Organisation von Vorstand Josef
Loritz und des Festkomitees sowie der Mithilfe des
ganzen Dorfes konnten wir trotz des regnerischen Wetters
ein herrliches Fest feiern, das allen in Erinnerung
bleiben wird.

Schon
2 Jahre später, an Pfingsten 1982, stand wieder ein
großes Festzelt in Eisenharz. Der Trachtenverein
veranstaltete bei herrlichem
Wetter das 40. Bodenseegautrachtenfest in Eisenharz. Wir
durften den Festabend, den
sonntäglichen Weckruf, den Kirchgang und den
Frühschoppen musikalisch umrahmen. Natürlich waren wir
auch beim farbenfrohen Festzug dabei.
Generationswechsel
Dieser begann mit der Generalversammlung am 15.01.1982
und brachte einen Wechsel in
der Vorstandschaft. Aus gesundheitlichen Gründen legten
Theodor Walser (Kassier von
1966 bis 1982) und Josef Singer (Schriftführer von 1968
bis 1982) ihre Ämter nieder. Einstimmig wurden Hermann
Schele zum Kassier und Brigitte Wucher zur
Schriftführerin gewählt.
Beim Herbstkonzert 1983 spielte Josef Zeh aus Willatz
das letzte Mal bei der Musikkapelle Eisenharz mit. Er
war 54 Jahre lang ein hervorragender Musikant unserer
Kapelle, spielte Trompete, Bariton und Flügelhorn und
war wegen seines Humors und seiner Hilfsbereitschaft bei
jung und alt beliebt.
Die Wertungsspiele 1982 in Isny und Röthenbach sowie
1983 in Ratzenried, wo man mit 39 Musikern, davon 13
Jugendlichen, in der Oberstufe jeweils einen 1. Rang mit
Belobigung erreichte, bestätigten Georg Weber und seine
Musikanten darin, dass man den Schritt in die Oberstufe
1979 zu Recht gegangen ist.
Am 1. Dezember 1984 fand das letzte große Konzert unter
der Leitung von Georg Weber statt. Vom
Bezirksvorsitzenden Eugen Traub wurde er mit der
Goldenen Ehrennadel für 25 Jahre Arbeit als Dirigent
ausgezeichnet. Georg Weber hat in diesen 25 Jahren die
Kapelle stets weiterentwickelt und durch seine
engagierte und zeitaufwändige Jugendarbeit für die
Zukunft aufs beste gerüstet. Und dies geschah alles
neben seiner großen beruflichen Belastung als
selbstständiger Handwerker, und seinen anderen
ehrenamtlichen Tätigkeiten als Gemeinderat und Mitglied
des Kirchenchors. Bei der folgenden
Generalversammlung im Januar 1985 trat Georg Weber
offiziell zurück und übergab sein Amt dem mit sehr
großer Mehrheit gewählten, bisherigen 2. Dirigenten,
Otto Mayer.
Dirigent Otto Mayer
war für die Musikkapelle natürlich kein Unbekannter. Zum
einen war er schon über 20 Jahre Klarinettist in
Eisenharz und zum anderen hatte er schon seit 1975 als
2. Dirigent Auftritte der Musikkapelle geleitet. Durch
einen Dirigentenkurs hatte er sich für diese Aufgabe
vorbereitet und qualifiziert. Das erste Konzert mit dem
neuen Dirigenten am 30. November 1985 wurde natürlich
von der ganzen Gemeinde mit Spannung erwartet. „Aber was
geboten wurde konnte auch vor kritischen Ohren
bestehen“, so der Pressebericht in der Schwäbischen
Zeitung.
Otto Mayer setzte die bestehende Tradition der
Musikkapelle fort. Wenn auch die Stücke moderner wurden,
zur Unterhaltungsmusik auch Showelemente dazukamen, Ziel
war es, wie bisher auch, jährlich ein anspruchsvolles
Konzert zu bieten, und schon 1986 stellte sich Otto
Mayer mit seinen Musikerinnen und Musikern in Maierhöfen
mit sehr großem Erfolg der Kritik der Wertungsrichter.
Die Freundschaft zum Musikverein
Eichberg (Schweiz)
Diese begann schon 1984. Auf Vermittlung von Eugen Traub
waren wir am 30. Juni zum Freundschaftstreffen des
Musikvereins in die Schweiz gereist. Dort unterhielten
wir am gleichen Abend die Gäste im Festzelt, am
folgenden Sonntag beteiligten wir uns am Festzug und
unterhielten anschließend die Festgäste mit unserer
Musik. 1985 war dann ein Gegenbesuch fällig. Die
Musikkapelle veranstaltete ein Weinfest, das die
Eichberger musikalisch umrahmten und wozu sie uns
erstklassige Musik und ein ebenso gutes Sitzfleisch
mitbrachten.

Kapelle 1992
jeweils von links: 1. Reihe: Otto Mayer (Dirigent),
Petra Loritz, Karin Wielath, Josef Loritz, Birgit Mayer,
Alfred Lanzenberger, Birgit Jocham, Birgit Klaus, Ingrid
Natterer, Hans Aschenbrenner, Sabine Brunold, Brigitte
Wucher
2. Reihe: Margret Rasch, Hermann Bodenmiller, Anette
Lanzenberger, Adalbert Weber, Hansjörg Probst, Eugen
Weber, Hans Pfurrer, Ernst Rasch, Werner Locher, Hermann
Schele, Franz Schönberger jun., Clemens Volkwein, Franz
Schönberger sen., Volker Hamberger, Günther Mayer,
Stefan Hege
3. Reihe: Martin Wucher, Andreas Loritz, Thomas Sutter,
Hugo Jocham, Stefan Sutter, Andreas Mayer, Frank Rait,
Gerhard Weber, Hansjörg Weber, Klaus Kempter, Christoph
Schwarz
4. Reihe: Josef Wucher, Gebhard Stadelmann, Josef
Singer, Karl Weber, Marcel Hermann, Rudolf Weber,
Berthold Hege, Bernhard Kolb
Zur Feier des 1100-jährigen Bestehens der Gemeinde war
die Musikkapelle
dann nach Eichberg eingeladen worden. Wir unterhielten
abends die Gäste im
Festzelt mit einem Unterhaltungsprogramm und spielten
nach einer langen
Nacht am Sonntag zum Frühschoppen in der Mehrzweckhalle
und anschließend
zum Umzug.
Die Freundschaft zu den Eichbergern wird immer wieder
durch gegenseitige Besuche bei Konzerten und
Veranstaltungen gepflegt. Ein vorläufiger Höhepunkt war
sicher das gemeinsame Doppelkonzert am 30. November 2002
in Eisenharz. Wir hoffen natürlich, dass diese
Freundschaft noch lange Bestand hat.
Jubiläen sind zu feiern
Wir können in der Gemeinde auf ein reges Vereinsleben
mit einer langen Tradition stolz sein. Dies gilt auch
für die Kirchengemeinde, die zudem viele bedeutende
Persönlichkeiten hervorgebracht hat. Da ergibt es sich,
dass immer wieder besondere Jubiläen zu feiern sind.
Der Schützenverein Eisenharz feierte am 29. September
1985 sein 125-jähriges Bestehen. Am 16.Mai 1987 beging
der Turnverein Eisenharz mit einem Festbankett sein
75-jähriges Bestehen, und am 1. und 2. Oktober 1988 war
das 40-Jährige Bestehen des Heimat- und Trachtenvereines
Gießbachtaler Eisenharz zu feiern.
Mit seiner Heimatgemeinde feierte Pater Nikolaus Wucher
am 13. Juli 1986 sein 25-Jähriges Priesterjubiläum, und
wir hatten die Ehre den Festgottesdienst und die
anschließende Feier musikalisch zu umrahmen. Am 26.
Oktober 1986 fand ein Pfarrfest anlässlich des
Abschlusses der Arbeiten zur grundlegenden Neugestaltung
des Innenraums unserer Pfarrkirche
statt.
Ebenfalls in seiner Heimatgemeinde hielt der Geistliche
Rat Pater Erhard Kolb am 12.Juli 1987 sein 50-Jähriges
Priesterjubiläum. Den Festgottesdienst zu diesem
besonderen Fest umrahmte, zusammen mit dem Kirchenchor,
eine Bläsergruppe der Musikkapelle. Auch die
anschließende Gemeindefeier wurde von der Musikkapelle
musikalisch gestaltet.
Ehrenmitglieder werden ernannt
Das Herbstkonzert 1986 war nicht nur einer der
musikalischen Höhepunkte dieses Jahres. Anlässlich
dieses Konzerts wurde Georg Weber zum Ehrendirigent und
Gebhard Stadelmann zum Ehrenmitglied der Kapelle
ernannt. Georg Weber war 45 Jahre Musikant der
Musikkapelle Eisenharz, 25 Jahre davon als Dirigent, in
denen er die Kapelle mit viel Einsatz und Können
leitete. Gebhard Stadelmann war 63 Jahre als Bassist
aktiv, eine auch im Vergleich des ganzen
Blasmusikverbandes sehr lange Zeit. Für diese Leistungen
wurden beide vom Verbandsvorsitzenden Eugen Traub mit
der Ehrenmitgliedschaft des Kreisverbands Ravensburg
ausgezeichnet.
Auch
die Musikkapelle Eisenharz hatte beschlossen Georg Weber
und Gebhard Stadelmann die Ehrenmitgliedschaft zu
verleihen. Von Vorstand Josef Loritz erhielten beide
eine Urkunde, und jeweils eine wertvolle, von
Schriftführerin Gitti Wucher verfasste Chronik über ihre
Zeit mit der Musikkapelle.
Das Herbstkonzert am 21. November 1987 fand als
Doppelkonzert mit der Musikkapelle Siggen in der Turn-
und Festhalle in Eglofs statt. Josef Weber, allseits als
„Schmied’s Sepp“ bekannt, war zu diesem Zeitpunkt über
50 Jahre Hornist in Eisenharz, und
wurde von Eugen Traub zum Ehrenmitglied des
Kreisverbands Ravensburg ernannt. 1991 diente wieder ein
Herbstkonzert als Anlass verdiente Musikanten zu ehren.
August Zwerger, seit 50 Jahren Tenorhornist in der
Musikkapelle Eisenharz, wurde Ehrenmitglied des
Kreisverbands Ravensburg. Vorstand Josef Loritz erhielt
für seine großen Verdienste, die er sich in seinen 25
Jahren als Vorstand und 40 Jahren als Musikant erworben
hat, die höchste Auszeichnung des Landesmusikverbandes
Baden Württemberg, die Landesfördermedaille in Gold.
Argenbühler Sommer
Die Gemeinde Argenbühl hat beschlossen von den
Feriengästen Kurtaxe zu erheben. Dafür muss natürlich
auch etwas geboten werden. Neben vielen anderen
Veranstaltungen gestalten die Argenbühler Musikkapellen
seit dieser Zeit je zwei Sommerabendkonzerte im Jahr,
die immer im Freien stattfinden, und von Einheimischen
und Feriengästen gerne angenommen werden. Die
Musikkapelle Eisenharz spielte das erste am 14. Juli
1987 in Eisenharz.
Abschied von Pfarrer Hänsler
Pfarrer Anton Hänsler war 17 Jahre Seelsorger der
Gemeinde St. Benedikt in Eisenharz. Am 21. August 1988
hieß es für ihn, von der Gemeinde und auch für die
Musikkapelle Abschied zu nehmen, da Pfarrer Hänsler auf
Anordnung des Bischofs nun die Gemeinde Niederwangen
seelsorgerisch betreuen musste. Mit einem
Festgottesdienst und einer anschließenden Gemeindefeier,
in der er viele Dankesworte und Geschenke erhielt,
verabschiedete sich Pfarrer Hänsler von der Gemeinde.
Sein Nachfolger, Pfarrer Sprenger aus Eglofs, betreute
die Gemeinde von nun an mit, er und Diakon Schmidt
wurden von der Gemeinde an dieser Feier herzlich
begrüßt.
Die Musikkapelle Eisenharz auf Tournee
Diese begann mit einer Fahrt vom 13. - 16. Juli 1990 zum
„Donau-Folklore-Festival“ nach Ungarn. Während dieser
unvergesslichen Reise besuchte die Musikkapelle die
Städte Kecskemet, Budapest, Kalocsa und das größte

Budapest 1990
Weinkellerdorf Europas, die Ortschaft Hajos.
Musikalischer Höhepunkt war ein Standkonzert vor der
Fischerbastei, gelegen auf dem Burghügel von Buda, hoch
über der Donau.
Zusammen mit dem Trachtenverein fuhr die Musikkapelle am
24. und 25.August 1991 auf Einladung des dortigen
Akkordeonorchesters nach Leingarten bei Heilbronn. Für
diesen Abend hatte Dirigent Otto Mayer ein richtiges
Showprogramm eingeübt. Zusammen mit dem Trachtenverein
und Joe Singer als Ansager präsentierten wir dem
Publikum eine musikalische Weltreise, die im Allgäu
begann und über Russland, Amerika, Mexico, zur Tigerjagd
nach
Indien und bis nach Spanien führte.
Dieser Auftritt war ein großer Erfolg, den die Kapelle
schon 2 Wochen später, diesmal in Eichberg, anlässlich
der 1100-Jahr Feier wiederholen konnte. 1993 ging es
wieder auf die Reise, am 5. und 6. Juni gestalteten wir
einen Unterhaltungsabend in Lauterbach, und am 28. und
29. August waren wir noch einmal in Leingarten, wieder
unterstützt vom Trachtenverein, zu Gast.
Das Frühlingsfest
Da die Kapelle mit diesen Auftritten im „Ausland“ so gut
angekommen war, bot es sich an, dieses Programm auch
einmal dem heimischen Publikum vorzuführen. Aus dieser
Überlegung entstand das Frühlingsfest, das die
Musikkapelle seit dem 29. April 1992 in zweijährigem
Turnus veranstaltet. Viele Programmpunkte wie der
Musikantenstadl, die Schlagerparade, das aktuelle
Sportstudio, das Königlich Bayerische Amtsgericht, die
Misswahl, der Blumenjoe, Zirkus RonKarle und immer
wieder die Singer Sänger werden wohl noch lange in
Erinnerung bleiben Neben diesen Showprogrammen wurde dem
Publikum auch immer gute Blasmusik geboten, die immer
live und immer von der Musikkapelle Eisenharz gespielt
wurde.
Einladung zum Geburtstag von Helmut
Maucher
Präsident der Nestle AG Schweiz. Diese Einladung zum 65.
Geburtstag eines großen Gönners der Musikkapelle war für
diese natürlich eine große Ehre und Verpflichtung. Fast
die ganze Kapelle machte sich am 9. und 10. Oktober 1993
auf die Fahrt nach Bad Homburg, wo sie im Hotel Maritim
untergebracht unddort exklusiv mit Speis und Trank
verwöhnt wurde.

Das Ständchen fand dann im Hotel Steigenberger statt.
Mit dem Marsch „San Carlo“ zog die Kapelle in den
Festsaal ein. Vorstand Josef Loritz fand die richtigen
Worte, bedankte sich für die Einladung, überbrachte
Grüße aus Eisenharz und gratulierte Helmut Maucher
herzlich zu dessen Geburtstag.
Unter den Gästen befand sich auch der damalige
Bundeskanzler Helmut Kohl, den Josef Loritz ebenfalls
begrüßte und darauf hinwies, dass wir den Bundeskanzler
alle kennen, er aber uns nicht, was sich im Laufe des
Abends aber noch ändern könne. Nach einigen
Musikstücken, darunter dem Arrangement „Der Jäger aus
Kurpfalz“ zu Ehren des Bundeskanzlers verabschiedete
sich die Kapelle mit dem Marsch „Funkelnde Sterne“.
Diese zwei Tage in Bad Homburg waren für die Musikanten
ein unvergessliches Erlebnis, an das diese noch lange
zurückdenken werden.
Wachwechsel bei der Musikkapelle
Eisenharz
Schon vor dem Herbstkonzert 1995 hatte Otto Mayer
angekündigt, dass er nach 10 Jahren als Dirigent das Amt
weitergeben wolle. Die gesamte Kapelle bedauerte dies
sehr, musste jedoch diese Entscheidung akzeptieren und
war froh, dass Otto Mayer als Klarinettist
weitermusizierte.
In seiner Zeit als Dirigent hat die Kapelle fünfmal
erfolgreich am Wertungsspiel in der Oberstufe
teilgenommen. Vier Wertungsspiele waren mit einem
Stundenchor zu bewältigen. Die Ausbildung der Jugend
wurde verstärkt vorangetrieben, das Schlagzeugregister
verstärkt, ein kompletter Saxophonsatz und die Stimme
der Oboe besetzt.
In seinen 11 Konzerten gelang es Otto Mayer auch
verstärkt jugendliches Publikum in den Konzertsaal zu
ziehen.
Bei der Generalversammlung am 13. Januar 1996 stellte
sich Josef Loritz nach 30-jähriger Vorstandstätigkeit
nicht mehr zur Wahl. Natürlich wurde dieser Rücktritt
innerhalb der Kapelle sehr bedauert, aber angesichts der
großen Leistung von Josef Loritz musste man diesen
Schritt respektieren. In seine Amtszeit fiel die
Vereinsgründung 1979, die Beschaffung der neuen Tracht
1979, das Musikfest 1980, die Einrichtung von zwei neuen
Proberäumen und die Organisation von unzähligen
Auftritten, Konzerten, Ausflügen und vielem, was sonst
noch innerhalb einer Musikkapelle anfällt.
Mit seinem Organisationstalent und mit seiner Gabe in
freier Rede die Dinge humorvoll auf den Punkt zu
bringen, hat er es immer wieder geschafft, die
Musikkapelle Eisenharz in das beste Licht zu rücken.
Nach einer Satzungsänderung wurde dann einstimmig ein
Vorstandsteam, bestehend aus Rudolf Weber aus Eisenharz
und Josef Singer aus Matzen gewählt. Sie erklärten sich
bereit die Geschicke der Musikkapelle in Zukunft
weiterzuführen.
Auch Hermann Schele, seit 15 Jahren Kassier, stellte
sich bei dieser Generalversammlung nicht mehr zur Wahl.
Der neue Vorstand dankte dem Kassier für die genaue und
sorgfältige Kassenführung während seiner Amtszeit. Als
Nachfolger wurde Klaus Kempter gewählt.
Dirigent Fritz Hutter
Nachdem sich aus den eigenen Reihen niemand für das
Dirigentenamt gefunden hat, war die Musikkapelle froh,
dass sich Fritz Hutter bereit erklärte, dieses Amt zu
übernehmen. Er war der Kapelle ja als Dirigent der
Musikkapelle Roggenzell und als Bezirksdirigent bestens
bekannt. Von ihm konnte die Kapelle nur dazulernen.
Am 6. Juni 1996, dem Fronleichnamsfest, traten wir unter
der Leitung von Fritz Hutter erstmals auf. Es folgten
die üblichen Sommer-Auftritte, und am 20. November 1996
das Herbstkonzert, welches ein großer Erfolg wurde. Teil
dieses Konzerts waren auch die Ehrung von Josef Loritz,
der für seine Leistungen als Vorstand mit der Goldenen
Verdienstmedaille des Internationalen Musikbundes
ausgezeichnet wurde. Die Kapelle hatte überdies
beschlossen Josef Loritz mit der Ehrenvorstandschaft zu
ehren. Otto Mayer und Hermann Schele wurden mit der
Ehrenmedaille in Silber geehrt. Auf Anregung von Fritz
Hutter veranstaltete die Musikkapelle, zusammen mit dem
Kirchenchor, am 16. März 1997 ein Kirchenkonzert. Diese
Konzerte führen wir auch heute noch regelmäßig und gerne
weiter.
Am 26. April 1997 nahm die Kapelle in Kempten, und
gleich am Tag danach in Heimenkirch am Wertungsspiel
teil. Die eigentlichen Musikfeste fanden dann erst im
Juni statt. Unvergesslich wird der Kapelle wohl der
„Privatumzug“ in Kempten bleiben, bei dem uns Fritz
Hutter, nachdem der offizielle Umzug wegen schlechten
Wetters abgesagt worden war, mit klingendem Spiel durch
ganz Kempten über alle roten Ampeln zum Festzelt führte.
Dort wurde Musikkapelle und Dirigent für die
Probenarbeit mit einem 1. Rang mit Auszeichnung belohnt.


Otto Mayer, Georg
Weber, Fritz Hutter,
Karl Weber
Das erste Sommerfest der Musikkapelle fand am 14. Juni
1997 statt. Seither hatten wir jedes Jahr Wetterglück,
und wir konnten diese Veranstaltung immer durchführen.
Leider konnte Fritz Hutter das Dirigentenamt wegen einer
Krankheit seiner Frau nicht weiterführen und musste auch
das geplante Herbstkonzert absagen. Anlässlich einer
Weihnachtsfeier am 7. Dezember 1997 wurde er offiziell
verabschiedet. Wir sind ihm zu großem Dank dafür
verpflichtet, dass er uns in dieser schwierigen Zeit
geholfen hat.
Dirigent Karl Weber
sprang dann ins kalte Wasser und übernahm das
Dirigentenamt. Durch seine Ausbildung als
Tenorhornbläser / Posaunist und seine Erfahrungen, die
er beim Heeresmusikchor 10 Ulm, bei der Stadtkapelle
Kempten, und als Dirigent der Musikkapelle Christazhofen
sammeln konnte, war er dafür bestens qualifiziert, und
die Kapelle freute sich sehr, wieder einen Leiter aus
den eigenen Reihen zu haben.
Der Anfang war allerdings schwierig, da sich das
Trompetenregister jeweils aus privaten Gründen auflöste.
Die ersten größeren Auftritte mit Karl Weber als
Dirigent waren das Kirchfest zur Feier des 900-jährigen
Bestehens der Kirchengemeinde am 11. und 12. Oktober
1997 und die Feier zur Ernennung von Helmut Maucher zum
Ehrenbürger der Gemeinde Argenbühl am 16. Januar 1998.
Zusammen mit dem Kirchenchor, den Geschwistern Merath
und dem Blechbläserquintett aus den eigenen Reihen gab
die Musikkapelle den Feiern einen musikalischen Rahmen.
Ereignisreiches Jahr 1998
Am 18. April fand wieder ein Frühlingsfest
statt, das Sommerfest am 20. Juni 1998, und am 11. und
12. Juli 1998 machten wir uns auf den Weg nach
Friedingen, wo wir einen Unterhaltungsabend und den
Frühschoppen bestritten. Das schon erwähnte
Blechbläser-Quintett unter der Leitung von Andreas
Loritz beteiligte sich am 20. Juni 1998 am
Jugendkritikspiel in Gebrazhofen. Auf das Ergebnis, die
Note „Sehr gut“, können sie sehr stolz sein. Ehrenbürger
Helmut Maucher hatte zum Bau des neuen Argenbühler
Rathauses in Eisenharz einen Brunnen gestiftet. Dieser
wurde am 16. August 1998 eingeweiht. Das Rathaus selber
wurde am 18. Oktober von Pfarrer Sprenger gesegnet und
mit den Klängen der Musikkapelle dann seiner Bestimmung
übergeben.
Am 22. August 1998 hatte sich Karl Weber von der
Musikkapelle einen Tag frei genommen. Er hatte einen
besonderen Grund dazu, er heiratete an diesem Tag seine
Braut Silvia Boneberg. Die Musikkapelle ließ es sich
nicht nehmen, das Brautpaar den ganzen Tag musikalisch
zu begleiten, und erlebte dabei ein wunderbares
Hochzeitsfest.
Der
Heimat- und Trachtenverein feierte am 5. und 6.
September sein
50-jähriges Bestehen. Der Festakt am Samstag
Abend, der Kirchgang und der anschließende Frühschoppen
wurde von der Musikkapelle umrahmt.
Unterhaltungsauftritt 1997
Pfarrer Sprenger und Diakon Schmidt gingen am 27.09.1998
in den Ruhestand und wurden von der Gemeinde mit einem
Gottesdienst verabschiedet. Die Musikkapelle spielte als
Dank für die beiden in der ganzen Gemeinde beliebten
Männer.
Es folgte am 5. und 6. Dezember die Fahrt nach
Berbisdorf, um dort die „Argenbühler Strasse“
einzuweihen. Den konzertanten Schluss setzte die
Bläserjugend mit einem Weihnachtsvor-
spiel im Bürgersaal des neuen Rathauses.
Besondere Auftritte
Ein gutes Jahr nach seiner Amtsübernahme leitete Karl
Weber am 28.11.1998 sein erstes Herbstkonzert, das vom
Publikum sehr positiv aufgenommen wurde. Es folgte das
Kirchenkonzert, gemeinsam veranstaltet mit dem
Kirchenchor am 14. März 1999, und am 17.April 1999 ein
Konzert zu Ehren des Komponisten Walter Schneider, der
in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feierte. Zum
Herbstkonzert 1999 war die Musikkapelle Kurtatsch aus
Südtirol zu einem Doppelkonzert gekommen. Sie erwiderte
damit einen Besuch, den die Musikkapelle Eisenharz im
Jahr 1995 in Südtirol gemacht hatte. Durch die
Vermittlung unseres Musikfreunds Hubert Peer durfte die
Kapelle damals, noch unter Leitung von Otto Mayer, die
Gäste des Weinfestes der örtlichen Kellerei unterhalten.
Das Konzert ist auch wegen der 11 Jungmusikanten
erwähnenswert, die an diesem Tag ihre Premiere auf der
Bühne hatten.
Die folgenden beiden Jahreskonzerte wurden von der
Musikkapelle Eisenharz alleine bestritten, wobei Karl
Weber auch Neuerungen einführte. Beim Konzert 2001
spielte zum Beispiel das Klarinettenregister alleine 3
Stücke. Bei diesem Konzert durften wir auch die
Komposition „Adagio“ unseres Tenorhornisten Bernhard Zeh
erstmals aufführen. Ebenfalls zu diesem Anlass kam die
neu erworbene Bassklarinette, gespielt von Martina
Weber, zum Einsatz.
Im Jahr 2001 war es wieder Zeit an einem Wertungsspiel
teilzunehmen. Dieses fand in Leutkirch statt, und mit
der Note „Sehr gut“ erreichte die Musikkapelle ein
Wunschergebnis. Die gleiche Note stand auf der Urkunde,
die der Kapelle nach dem Wertungsspiel im Jahr 2003 in
Roggenzell überreicht wurde. Eine Gruppe von 10
Musikanten hatte sich dort am Kritikspiel beteiligt.
Weitere Konzerte folgten, wobei das Jahreskonzert 2002,
wie schon berichtet, zusammen mit den Freunden aus
Eichberg in der Schweiz stattfand.
Trauer um verstorbene Ehrenmitglieder
Sieben Ehrenmitglieder musste die Musikkapelle in der
Zeit von 1997 bis heute auf ihrem letzen Gang begleiten.
Am 16. August 1997 Fähnrich Wilhelm We- ber, am 23.
September 1997 Flügelhornist und Schriftführer Benedikt
Mayer, am 8. Juli 2000 Komponist Walter Schneider, am
04. November 2000 Tenorhornist Gustl Zwerger, am 20.
Dezember 2002 Flügelhornist Josef Singer, am 24. Mai
2003 Hornist Josef Weber und am 27. Oktober 2004
Trompeter,
Baritonbläser und Flügelhornist Josef Zeh. Die
Musikkapelle wird ihnen immer ein ehrendes Andenken
bewahren.
Wichtige Auftritte
sind für Karl Weber, wie auch für seine Vorgänger, immer
auch die Auftritte das ganze Jahr über. Diese gehören
genauso zu unseren Aufgaben wie die Konzerte. Trotzdem
freut sich die Musikkapelle natürlich, wenn ein
besonderer Anlass bevorsteht, wie zum Beispiel die
Frühlingsfeste in den Jahren 1998, 2000 und 2002, oder
der Auftritt bei der Landesgartenschau am 20. Mai 2000
und der Ausfl ug nach Strümpfelbach am 23. September
2000.
Vom 21. bis 23. September 2001 waren wir wieder nach
Südtirol zum Weinfest eingeladen. Die schon bestehenden
Freundschaften wurden dabei gefestigt und neue geknüpft.
Wegen der großen Entfernung sind unsere Treffen nicht so
häufig, dafür aber um so herzlicher.
Einen besonderen Festtag erlebte die Musikkapelle am 17.
Mai 2002. Ehrendirigent Georg Weber und seine Frau Anni
feierten an diesem Tag das seltene Fest der Goldenen
Hochzeit, das die Kapelle den ganzen Tag über
musikalisch begleiten durfte.
Stolz konnte Dirigent Karl Weber beim Herbstkonzert 2003
dem Publikum sechs Jungmusikanten vorstellen. Neben
seiner Probenarbeit mit der Kapelle hat er sich die Zeit
genommen, drei davon selber an der Trompete auszubilden.
Auch heute noch werden diese Jungmusikanten von ihm
regelmäßig betreut.
Das Musikfest 2005
wirft natürlich schon seine Strahlen voraus, sichtbar
besonders an der neuen Tracht, die von der Musikkapelle
seit dem Herbstkonzert 2004 getragen wird. Intensive
Vorbereitungen durch die Vorstände Rudolf Weber und
Josef Singer sowie durch die Musikanten, aber vor allem
die finanzielle Unterstützung der ganzen Gemeinde
machten es möglich, dieses schmucke „Häs” beim
Herbstkonzert 2004 der Öffentlichkeit vorzustellen. Die
Musikkapelle freut sich sehr über die neue Tracht und
trägt sie mit Stolz. Diese neue Tracht ist natürlich auch
eine Verpflichtung. Wie bisher wird die Musikkapelle
Eisenharz auch in Zukunft kleine und große sowie
traurige und fröhliche Anlässe mit ihrer Musik
begleiten.

Musikkapelle Eisenharz im Jubiläumsjahr 2005
jeweils von links: 1. Reihe: Hanna Schneider, Hermann
Bodenmiller, Michaela Dieing, Martina Weber, Elisabeth
Hege, Regina Weber, Cornelia Weber, Moritz Dingler,
Birgit Merath, Bernd Stadelmann, Annegret Mayer,
Berthold Merath, Anette Jocham
2. Reihe: Hans Pfurrer, Ernst Rasch, Ingrid Mayer,
Carina Harrer, Eva Bernhard, Isabell Natterer, Sebastian
Rast, Sebastian Weber, Christoph Natterer, Hansjörg
Weber, Günther Mayer, Volker Hamberger, Holger Jocham
3. Reihe: Florian Rast, Michael Haberl, Christoph
Schwarz, Florian Reitemann, Christoph Volkwein, Klaus
Kempter, Stefan Weber, Stefan Sutter, Karl Weber
(Dirigent)
4. Reihe: Bernhard Kolb, David Hermann, Joachim Schele,
Ellen Rauneker, Rudolf Weber, Andreas Loritz, Josef
Wucher, Josef Singer |