Geschichte Musikkapelle Eisenharz


Das Gründungsdokument
„...denen Musicanten die auf Cäcilientag verfallene Besoldung zur Halbschaid 2 Gulden 30 Kreuzer”. So steht es in der Jahresabrechnung der Stecherschen Stiftung von 1779, und dieses Jahr sieht die Musikkapelle Eisenharz als ihr

Gründungsjahr an. Auch in den folgenden Jahren wird diese Auszahlung immer wieder erwähnt, ergänzt um die fast immer gleichlautenden Worte: „... den Musicanten als gewöhnliche Besoldung...“. Die Auszahlung der Besoldung war also bereits gute Gewohnheit, und wir können zu Recht annehmen, dass zumindest von diesem Zeitpunkt an in Eisenharz regelmäßig musiziert wurde.
Der Stiftungsgründer und Musikliebhaber Pfarrer Franz Josef Stecher stammte aus dem barocken Bad Buchau und wurde dann in das damals karge und abgelegene Allgäudorf verschlagen. Er gründete die erste Schule in Eisenharz und verband die Lehrerstelle mit dem Amt des Mesmers und der Kirchenmusik. Der Lehrer sollte sein „ein Mann, der die Jugend nicht nur im Wissen und gutem Betragen unterrichtet, sondern auch dem Pfarrer zur Seite steht beim Gottesdienst durch Gesang und Orgelspiel“.
Wir wissen es nicht genau, aber es ist gut möglich, dass durch diese Kombination die Gründung einer Musikkapelle gefördert wurde. Sicher ist, dass die ersten Dirigenten von der Zunft der Lehrer gestellt wurden.

 

Die Zeit von 1779 bis 1909
Über diese Zeit ist leider nicht viel Schriftliches überliefert. Anhand der Protokolle, die 1909 beginnen, kann man aber schlussfolgern, dass hauptsächlich Kirchenmusik gemacht wurde, dafür wurde man schließlich auch jährlich bezahlt. Das Fronleichnamsfest stand hier sicher an erster Stelle.
Die weltlichen Feste wie Kaisers und Königs Geburtstag wurden natürlich ebenso gebührend gefeiert wie Hochzeiten und Geburtstage. Aber auch zu Beerdigungen und Gedenkfeiern
für die in den Kriegen gefallenen Soldaten erklangen die Weisen der Musikkapelle. Das heute noch übliche Silvesterblasen hat seine Anfänge ebenfalls in dieser Zeit. Im ersten schriftlichen Protokoll der Musikkapelle von 1909 wird erwähnt, dass man in diesem Jahr, nach 15-jähriger Pause, wieder zum Silvesterblasen gegangen ist. Man schaffte das Pensum mit 2 Gruppen an einem Tag und war sehr zufrieden mit den Ein nahmen, 138,60 Mark.
 

Welche Literatur und in welcher Besetzung gespielt wurde, wissen wir nicht genau. 1955 hat Oberlehrer Hammer anlässlich des Musikfestes im Pfarrurbar recherchiert und allerhand Rechnungen und Eintragungen zu Tage gefördert. 1819 erscheint zum Beispiel eine Rechnung für die Reparatur einer Klarinette und 1828 wurden Noten für 16 Trompeten und 14 Waldhörner beschafft! Welches Stück da gespielt werden sollte, werden wir leider nicht mehr erfahren.


Ebenfalls fand 1955 ein Treffen von betagten Musikanten statt. Josef Schwarz, Altbauer, 86 Jahre alt aus Vorholz, Alois Schwärzler, Rentner, 85 Jahre alt aus Bienzen, Gebhard Speckle, Schuhmachermeister, 82 Jahre alt aus Eisenharz und Georg Weber, Schmiedemeister, 73 Jahre alt aus Albris fertigten über ihre Erinnerungen und dem Wissen aus den Pfarrakten ein Protokoll. In diesem wurden viele ehemalige Musikanten und die jeweiligen Dirigenten aufgeschrieben. Der erste Dirigent war danach der Lehrer Maximilian Degen. 1813 war es Josef Weizenegger, von 1814 bis 1846 Remigius Leiprecht. Sein Nachfolger war der 1815 geborene Josef Anton Ege, viele Jahre lang Lehrer in Eisenharz und Dirigent der Kapelle bis 1864.
Dann endete die Ära der Lehrer als Dirigenten, das Amt ging an den Schmied Michael Schwarz aus Albris, und in diesem Hause und bei diesem Berufsstand sollte es über 120 Jahre lang bleiben. Im Jahre 1880 übergab Michael Schwarz den Dirigentenstab an seinen Schwiegersohn Franz Josef Weber, in dessen Amtszeit 1906 die jetzige Fahne des Musikvereins geweiht wurde, verbunden mit einem großen Fest für den Dirigenten, den Verein und den ganzen Ort. Die Freude über die neue Fahne war für den Dirigenten allerdings nur kurz, eine plötzliche Krankheit brachte ihm 1908 den Tod und sein Sohn Georg Weber, geboren 1882, zu dieser Zeit auf der Walz, musste schnell heimkehren und die Schmiede und die Musikkapelle übernehmen.
Seit dieser Zeit hat die Musikkapelle auch einen
Vorstand. Oberlehrer Nikolaus Gfrörer, auch Dirigent des Kirchenchors, hatte dieses Amt inne.

 

 

Die Jahre vor dem 1. Weltkrieg
Georg Weber legte gleichzeitig mit der Übernahme des Dirigentenstabs das erste Protokollbuch der Musikkapelle an und war damit Dirigent und Schriftführer in einer Person. Anhand dieses Protokolls können wir erstmals alle Auftritte das Jahr über und den genauen Ablauf derselben verfolgen. Fronleichnam begann in diesen Jahren immer mit einem Weckruf der Kapelle um 4.00 Uhr, es folgte der Kirchgang um 8.00 Uhr und die Prozession mit den Vereinen. Am Nachmittag gab es, nach einem weiteren Kirchgang, im Gasthaus „Zur Linde“ im Sandraz oder im „Sonnengarten“ in Eisenharz Unterhaltungsmusik für die Gemeinde. Die Pflege der Kameradschaft kam auch nicht zu kurz. Schon 1910 unternahm die Kapelle einen 2-tägigen Ausflug nach St. Gallen, dem Dirigent Weber durch seine Zeit auf der Walz eng verbunden war. Man reiste natürlich noch nicht mit dem Bus, sondern mit einem Fuhrwerk, das man nach dem Besuch der Frühmesse bestieg und welches die Musikkameraden nach Hergatz brachte.
Mit dem Zug ging es dann nach Lindau, mit dem Schiff nach Rohrschach und abermals mit dem Zug nach St. Gallen. Nach verschiedenen Ständchen, Besichtigungen und Besuchen verbrachte man einen Abend im Kolpinghaus, wo man auch übernachtete. Am nächsten Tag ging es dann mit dem Zug wieder nach Hause, wo man abends um neun „hochbefriedigt“ ankam.

 

Zwei ganz große Feste konnte man in den folgenden Jahren feiern. 1911 fand die Primiz von H. H. Gottfried Wucher statt, die erste seit 30 Jahren in Eisenharz, und 1912 die Hochzeit von Dirigent Georg Weber und seiner Frau Agathe, für eine Musikkapelle natürlich ein ganz besonderes Fest. Ebenfalls beteiligte man sich 1912 an der Fahnenweihe des Musikvereins Heimenkirch, 1913 konnte das neue Schulhaus eingeweiht werden, und 1914 erfolgte die Weihe der neuen Fahne des Turnvereins.

 

Der 1. Weltkrieg und die Zeit zwischen den Kriegen
Die jungen Männer wurden zu den grausamen Kämpfen in den Schützengräben eingezogen. Viele davon kamen nicht wieder, 34 mal mussten die alten Musi kanten für die Gefallenen das Lied vom „Guten Kameraden“ spielen.

Doch auch mitten in der größten Not des Kriegs gab es Grund zur Freude. Am 2. Juni 1918 feierte Pater Theodor Bihler (Pater Engelbert) seine Primiz in Eisenharz. Nach dem Krieg gab es eine Reihe von Priesterweihen: 1919 Pfarrer Heinrich Detzel, 1922 Pfarrer Josef Kulmus, 1923 Pater Eduard Schweinberger, 1926 Pfarrer Matthias Mayer (der Bruder des Schriftführers Benedikt Mayer), 1936 Pater Reinhard Kempter und 1937 Pater Reinhard Kolb. Diese Feste brachten immer große Aufgaben für die Musikkapelle.
Die aus dem Krieg zurückgekehrten Soldaten widmeten sich, froh dem Grauen des Krieges entkommen zu sein, neben dem Beruf auch wieder dem Vereins- und Gemeindeleben. 1922 nahm die Musikkapelle an der Fahnenweihe des Radfahrvereins Concordia teil, 1927 fand der erste feierliche Stephansritt statt, und 1933 wurde Pfarrer Prestel in sein Amt als Seelsorger in Eisenharz eingeführt. Auch Hochzeiten gab es wieder. 1932 heiratete Xaver Singer, der die heutige Fahnenstange geschnitzt hat, 1933 Martin Schneider, und ebenfalls 1933 wurde Bürgermeister Hermann Kinkele in sein Amt eingesetzt. Auch eine alteingesessene Firma, der das Dorf einen großen Aufschwung zu verdanken hatte, die Firma Wunderlich, feierte im Dezember 1933 ihr 50-jähriges Betriebsjubiläum.
Neben diesen „alltäglichen“ Auftritten übten die Musikanten immer wieder um sich bei Wertungsspielen mit anderen Kapellen zu messen. Das erste Mal nach dem Krieg nahm man am Wertungsspiel in Gebrazhofen teil, noch mit mäßigem Erfolg. Aber schon 1926 gab es in Bad Wurzach einen 2. , bei den Musikfesten Roggenzell und Wangen im Jahr 1928 einen 1. Preis und in Waldsee 1939 ein Diplom.

Einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte stellte bestimmt das Wertungsspiel anlässlich des 1. Bundesmusikfestes am 25. Mai 1930 in Friedrichshafen dar.
Aus dem Bericht der Wertungsrichter:
„....Zunächst beginnt der Verein mit einem guten, reinen Des-Dur, eine Wohl-
tat, dann zeigt er uns seine weiche Tongebung, und nun hören wir dass der
Dirigent sogar ein Grobschmied von Beruf sein soll. Ein Kampfrichter aber
meinte, nach seiner Musik zu urteilen, wird er wohl Goldschmied sein!“

 

Muikkapelle 1927
Hintere Reihe: H. Gruber, Stadelmann Gebhard, Zwerger August, Baur Max, Prinz Karl Fähnrich, Stadelmann Josef, Schneider Martin, Morent Martin, Gruber Max
Mittlere Reihe: Singer Josef, Mayer Josef, Speckle Heinrich, Singer Xaver, Schneider Karl, Kulmus Anton, Mayer Benedikt, Schneider Otto, Kulmus Michael, Walser Thomas
Vordere Reihe: Buhmann Baptist, Witzigmann Xaver, Gfrörer Nikolaus Vorstand, Weber Georg Dirigent, Buhmann Baptist sen., Albrecht Remig, Kempter Dominikus

 

Die Kapelle erreichte mit dieser Leistung den 1. Preis von 17 Kapellen, die in der Mittelstufe angetreten waren! „Was kann es schöneres geben“, schreibt Schriftführer Benedikt Mayer dazu im Protokoll.
Am 24. März 1935 fand eine wichtige Versammlung der Musikkapelle statt. Der bisherige Vorstand, Oberlehrer Gfrörer, seit 27 Jahren im Amt, bat seines hohen Alters wegen um Entlassung. Er wurde in der gleichen Versammlung zum Ehrenmitglied ernannt und als sein Nachfolger Bürgermeister Kinkele gewählt. Ebenfalls in dieser Versammlung beschloss man eine sogenannte „Gleichtracht“ (Uniform) anzuschaffen, und es wurde erstmals ein Ausschuss gewählt. Die neue Uniform wurde dann von Schneider Brunner aus Eisenharz genäht und bei der Primiz von Pater Reinhard Kempter zum ersten Mal getragen. Der neu gewählte Ausschuss traf sich am 16. Juli 1935 um das anstehende Musikertreffen in Eisenharz vorzubereiten, welches am 28. Juli 1935 stattfand.
Die Musikkapellen Eglofs, Christazhofen, Ratzenried, Merazhofen, Beuren, Deuchelried, Gestratz und Eisenharz nahmen daran teil. Anlässlich dieses Festes wurden Remig Albrecht, Josef Singer, Baptist Buhmann und Thomas Walser geehrt, welche sich schon 25 Jahre und mehr in den Dienst des Vereins gestellt haben. Geehrt wurde auch Dirigent Georg Weber, zu diesem Zeitpunkt schon 40 Jahre Musikant, davon 26 Jahre als Dirigent, und Ehrenvorstand Nikolaus Gfrörer.
Schon bald darauf gab es noch ein großes Fest in Eisenharz. Der Turnverein hatte mit Hilfe seines rührigen Vorstandes Carl Wunderlich eine Turnhalle gebaut, die am 1. September 1935 eingeweiht wurde.
1938 starb Ehrenvorstand Nikolaus Gfrörer im 78. Lebensjahr. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde er zu Grabe getragen. Seit 1933 regierten die Nationalsozialisten, und diese Zeit ging natürlich auch an der Musikkapelle Eisenharz nicht spurlos vorbei. Zu den bisherigen Auftritten kamen noch, wie überall in Deutschland, Auftritte bei Parteiversammlungen und Aufmärschen der NSDAP, beim Nationalfeiertag am 1. Mai und an Heldengedenktagen hinzu. Die zahlreichen Gäste aus der „Kraft durch Freude“- Bewegung waren gern gesehen und wurden oft mit einem kleinen Konzert begrüßt oder verabschiedet. Doch schon 1938 wurde wieder zu Rekrutenabschieden gespielt und ab September 1939 war.

 

Wieder Krieg
Schon am 3. Juli 1940 musste die Musikkapelle zum ersten Gefallenengottesdienst ausrücken, und wohl niemand konnte sich damals vorstellen, wie viele Opfer dieser Krieg bis zum Ende fordern würde. Immer öfter traf die traurige Nachricht ein, dass Söhne, Familienväter oder Brüder gefallen sind, und den daheimgebliebenen Musikanten blieb nichts, als den Gefallenen, trotz eines späteren Verbots der NSDAP, immer wieder die letzte Ehre zu erweisen. Aber auch in dieser dunklen Zeit gab es besondere Feste zu feiern, gedrückt allerdings durch die Sorge um die Angehörigen im Krieg. 1941 war es die Hochzeit von Schriftführer Benedikt Mayer mit Luise Kolb, und 1942 feierte Pfarrer Xaver Mayer vom Dämpferhof in Eisenharz sein erstes Messopfer. Da so viele Musikanten im Krieg waren, tat man sich mit der Musikkapelle Eglofs zusammen um diese Feierlichkeiten würdig musikalisch umrahmen zu können. Auch die Tradition des Stephansritts konnte den ganzen Krieg über fortgesetzt werden, begleitet von der Musikkapelle, so gut es ging.


Die Nachkriegszeit
Manche Musikanten kehrten heim, und die Musik wird vielen geholfen haben zu vergessen. Schon am 1. Januar 1946 gab man zu Ehren der Heimkehrer ein Platzkonzert, und obwohl sie dies eigentlich verboten hatten, sparten die Besatzungstruppen nicht mit Beifall.
Die Not war immer noch groß, aber mit der Zeit stellte sich die Lebensfreude wieder ein, und die Menschen freuten sich alte Bräuche wieder aufnehmen und Neues beginnen zu können. Ab 1947 gab es wieder Konzerte, die Fasnet wurde wieder abgehalten, der Weiße Sonntag gefeiert. Im Mai 1948 war die Musikantenhochzeit von Josef Zeh und Agathe Schweinberger, und im gleichen Jahr beteiligte sich die Kapelle in Waldsee zum ersten Mal nach dem Krieg wieder an einem Wertungsspiel.
Zur Gründungsversammlung des Heimat- und Trachtenvereins 1948 spielte natürlich die Musikkapelle, und da die Uniformen und Instrumente gelitten hatten, entschied man sich in diesem Jahr das Silvesterblasen wieder aufzunehmen.m Vorabend zu Himmelfahrt, am 17. Mai 1950, läuteten erstmals wieder die Glocken vom Kirchturm von Eisenharz. Die ganze lange Zeit während des Krieges konnte nur mit einer kleinen Glocke zum Gottesdienst gerufen werden, da alle anderen für den Krieg geopfert werden mussten. Zuvor, am 14. Mai 1950, wurden die neuen Glocken feierlich und im Beisein der gesamten Gemeinde geweiht. Auch die Kapellen von Alleschwende und Matzen erhielten in diesem Jahr wieder Glocken.
Dann waren wieder Musikantenhochzeiten zu feiern. 1952 heiratete unser heutiger Ehrendirigent Georg Weber und ebenfalls 1952 Fähnrich Wilhelm Weber. Mit einem Festbankett, Kirchgang und einem farbenfrohen Festzug feierte der Heimat- und Trachtenverein „Gießbachtaler“ im Juli 1953 die Weihe der neu angeschafften Fahne.
Unter großer Anteilnahme der Gemeinde und natürlich der Musikkapelle wurde im Oktober dann die Investitur von Pfarrer Dominikus Butscher gefeiert und im November 1954 das 40-jährige Priesterjubiläum von Pater Meinrad Schweinberger, der lange Jahre Missionar in China war.
Nach 5 Jahren Pause nahm man in Eisenharz die gute Tradition der Wertungsspiele wieder auf und stellte sich der Kritik der Wertungsrichter: 1953 in Wangen, 1954 in Bad Wurzach, 1955 in Kreßbronn, 1956 in Beuren, 1957 in Isny und 1959, dem letzten Jahr der Dirigentschaft von Georg Weber senior, in Schwarzenbach und in Scheidegg.

Kapelle 1955
Hintere Reihe: J. Buhmann, O. Schneider, H. Gürtler, F. Rummel, J. Zeh, J. Weber, A.Zwerger sen., A. Zwerger jun. J. Baldauf, F. Schönberger, Willi Weber (Fähnrich), G. Weber, J. Albrecht, Theo Walser
Vordere Reihe: Jos. Wucher, Jos. Loritz, M. Morent, B. Buhmann, M. Schneider, G. Weber (Dirigent), B. Mayer, J. Singer, G. Stadelmann

Das Kreismusikfest 1955
Vom 14. bis 15. Mai 1955 fand das Kreismusikfest anlässlich des 175-jährigen Bestehens der Musikkapelle Eisenharz statt. 31 Kapellen nahmen trotz des sehr schlechten Wetters, die Eisheiligen ließen grüßen, daran teil. 16 davon haben am Wertungsspiel teilgenommen. Das Fest wurde mit einem Festbankett im Festzelt eröffnet. Diesen festlichen Rahmen nutzte man um einen Rückblick zu halten und verdiente Musikanten zu ehren. Die silberne Ehrennadel erhielten Josef Buhmann (25 Jahre) und Josef Zeh (26 Jahre), Martin Morent (30 Jahre), Gebhard Stadelmann (30 Jahre), Baptist Buhmann (32 Jahre), Martin Schneider (32 Jahre), Otto Schneider (35 Jahre), Benedikt Mayer (36 Jahre), und August Zwerger (44 Jahre) wurde mit der goldenen Ehrennadel geehrt.

Eine besondere Ehrung wurde Dirigent Georg Weber sen. zuteil. Für seine Verdienste um die Gemeinde, er war Vorstand der Darlehenskasse, ältestes Mitglied des Gemeinderats und nach dem Krieg in schwierigster Zeit von 1946 bis 1948 Bürgermeister, wurde ihm auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderats von Bürgermeister Kempter die Ehrenbürgerwürde verliehen. Noch nie zuvor hatte ein Bürger der Gemeinde diese Auszeichnung erhalten. Für 60 Jahre als Musikant, davon 47 Jahre als Dirigent, durfte Georg Weber den Bundesehrenbrief entgegennehmen.
Der Sonntag gehörte dann den Wertungsspielen, dem Festgottesdienst, dem Umzug bei immer noch strömendem Regen und dem Nachmittagskonzert mit der Bekanntgabe der Wertungsspielergebnisse. Dem schlechten Wetter zum Trotz ließ man das Fest am Montag Abend in der Turnhalle mit einem Bunten Heimatabend ausklingen.

Die Jahre 1955 - 1959
Diese brachten 1956 den Abschluss der Umbauarbeiten an der Kirche, welche am 14. Oktober mit einem großen Festakt eingeweiht wurde. 1959 ging Bürgermeister Kempter in den Ruhestand, und der neu gewählte Bürgermeister Scheitenberger wurde mit den Klängen der Musikkapelle in sein Amt eingesetzt.
Herrlicher Sonnenschein begleitete die Musikkapelle und die Vereine, die am Sonntag, dem 7. Juni 1959 angetreten waren, um Dirigent Georg Weber zum Kirchgang zu begleiten und das 50-jährige Dirigentenjubiläum mit ihm zu feiern. Pfarrer Butscher dankte hier dem Jubilar für seine treuen Dienste. Benedikt Mayer begrüßte am Abend die zahlreichen Gäste, die in den Sonnensaal gekommen waren. Bürgermeister Scheitenberger sprach den Dank der Gemeinde aus und übergab Georg Weber wie auch seinem ehemaligen Fähnrich Anton Wucher eine Ehrenurkunde für 40-jährigen ehrenamtlichen Dienst als Gemeinderat. Auch der Bezirksvorsitzende Sepp Mahl gratulierte herzlich und verlieh dem Jubilar die Dirigenten-Ehrennadel in Gold. Über 50 Jahre hat Dirigent Georg Weber die Kapelle geleitet, und dabei, wie Bürgermeister Scheitenberger in seiner Dankrede aufführte, mindestens 2500 normale Musikproben gehalten und ca. 15.000 Kilometer allein als Wegstrecke zu den Proben zurückgelegt. Die Musikproben in der Schmiede in Albris und die Zeit für die Ausbildung der jungen Musikanten habe niemand gezählt. Mit seiner menschlichen Wärme, seiner Kameradschaft und der Fähigkeit Gegensätze auszugleichen, habe er eine festgefügte Gemeinschaft geprägt und diese zu hohem Ansehen geführt.
Im Herbst 1959, nach dem Wertungsspiel in Scheidegg, übergab Georg Weber den Taktstock an seinen Sohn Georg Weber junior, geboren 1920, der sich in einem Dirigentenkurs schon vorher auf das Amt vorbereitet hatte.


Dirigent Georg Weber (geboren 1920)
Die bestehende Tradition wurde durch diesen Wechsel nahtlos fortgesetzt. Die Auftritte zu den kirchlichen und weltlichen Festen blieben bestehen und auch die jährlichen Konzerte im Frühjahr und Herbst wurden weitergeführt. Bei so vielen Auftritten durfte man sich natürlich auch jedes Jahr einen Vereinsausflug gönnen.
Zusätzlich zu den bisherigen jährlichen Auftritten hielt man ab 1961 immer wieder einen Musikball ab. In den ersten Jahren war der Dirigent gleichzeitig Ansager, ab 1966 übernahm dies dann teilweise Vorstand Josef Loritz. Es war natürlich Ehrensache, dass man den ganzen Abend mit Programm einschließlich Tanzmusik gestaltete. Tanzmusikgruppen wie man sie heute kennt, gab es damals noch nicht häufig.
Schon am 15. Mai 1960 wurde das erste Frühjahrskonzert mit dem neuen Leiter abgehalten. Wie dem Protokoll zu entnehmen ist „...spielte sich das Konzert gut und fl ott ab, und fand allseits Lob und Anerkennung“. Georg Weber setzte auch die lange Tradition von Wertungsspielen fort. Beginnend mit dem Musikfest 1961 in Christazhofen nahm die Kapelle in der Folge so gut wie jedes Jahr ein- oder sogar zweimal an einer solchen Prüfung teil.
In Christazhofen spielte man in der Mittelstufe „Die Strasse nach Jelowka“ als Selbstwahlstück und erreichte auf Anhieb einen 1. Rang mit 112 Punkten. Abends unterhielt man dann noch die Gäste im Festzelt mit Stimmungsmusik. Diesen konzentrierten Auftritten folgte der denkwürdige Jahresausflug in die Silvretta mit einem Aufenthalt auf der Schattenburg, von dem viele ältere Musikanten noch heute erzählen.

 

Freude und Trauer in Albris
Am 9. Juli 1961 durfte man sich nach längerer Zeit in Eisenharz wieder über eine Primiz freuen. Pater Nikolaus Wucher feierte in Eisenharz sein 1. Messopfer. Die Musikkapelle umrahmte dieses hohe Fest mit ihren Weisen natürlich gern, zumal Pater Nikolaus mitten aus einer Musikantenfamilie stammt. 1962, am 16. Juli, feierten Ehrendirigent Georg Weber und seine Frau Agathe das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Wenig später am 6. August konnte Georg Weber seinen 80. Geburtstag feiern. Seiner Frau Agatha war das leider nicht vergönnt. Sie starb am 23. Oktober 1963 im Alter von 79 Jahren.
Die Musikkapelle spielte „aus Anerkennung und Dankbarkeit.... Jeder einzelne unserer Gesellschaft hatte Achtung vor ihr, was Sie mit Ihrer stillen Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit alles für unsere Gesellschaft getan hat, ist sehr viel, Sie galt als Mutter unserer Musikkapelle“ so Benedikt Mayer in seinem Protokoll.

 

Am 11. Oktober 1969 hatte die Musikkapelle die traurige Pflicht ihrem Ehrendirigenten Georg Weber das letzte Geleit zu geben. Von Sandraz aus begleitete sie die große Trauergemeinde, und Vorstand Josef Loritz dankte dem Verstorbenen am Grab für seine unermüdliche Arbeit als Musikant und Dirigent der heimischen Musikkapelle, bevor diese das Lied vom „Guten Kameraden“ spielte. Schon bald darauf, am 6. Januar 1970, starb Anton Wucher aus Albris, und die Musikkapelle musste wieder ausrücken um ihrem ehemaligen Fähnrich das letzte Geleit zu geben. Dessen Sohn Josef Wucher (Bassist) starb auf den Tag 5 Jahre später am 6. Januar 1975 im Alter von nur 52 Jahren und wurde von der Kapelle auf seinem letzten Gang begleitet.

 

Jubiläen und Feste
Immer wieder wurden in dieser Zeit besondere Anlässe gebührend gefeiert, unterstützt und musikalisch umrahmt von der Musikkapelle Eisenharz. 1962, vom 1. bis 3. September, feierte der Turnverein sein 50-jähriges Bestehen. Der Kriegerverein feierte am 21. Juli 1963 sein 60-jähriges Bestehen mit einem Feldgottesdienst auf „Lochers Anhöhe“, am 25. August desselben Jahres wurde das neue Kriegerdenkmal eingeweiht. Pater Meinrad Schweinberger konnte am 5. Juli 1964 sein Goldenes Priesterjubiläum feiern.


Die neue bodenständige Tracht
Anlässlich des Frühjahrskonzerts am Ostermontag 1963 wurde der Öffentlichkeit eine neue Tracht in bodenständigem Stil vorgestellt. Nach eingehenden Beratungen mit Bürgermeister Scheitenberger und dem Heimatpfl eger Dr. Weitnauer hatte man sich zuvor für die Anschaffung einer solchen entschieden. Dirigent Georg Weber bedankte sich bei dieser Gelegenheit bei der Gemeinde Eisenharz, bei S. D. Fürst Georg von Waldburg Zeil, und allen anderen Spendern für deren großzügige Unterstützung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 20. Oktober 1963 wurde zudem ein Heimatabend veranstaltet, bei dem die neuen historischen Trachten der Fahnenbegleitungen vorgestellt wurden. Diese schmücken auch heute noch, frisch restauriert, Fahnenbegleitungen und Fahne.
Das Herbstkonzert 1965 verdient besondere Erwähnung. Hier trat einmal der Liederkranz Bonlanden (Biberach) auf, und zum anderen konnte Dirigent Georg Weber 10 Jungmusikanten, von ihm selbst ausgebildet, vorstellen.
 

Ein Vorstand wird wieder gewählt
Am 28. Oktober 1966 versammelte sich die Musikkapelle um zur Entlastung des Dirigenten einen Vorstand zu wählen. Bisher wurde diese Funktion vom Dirigenten in Personalunion ausgeführt. Als Vorstand wurde Josef Loritz und als Kassier Theodor Walser gewählt, beides Persönlichkeiten, welche die Geschicke der Musikkapelle zusammen mit dem Dirigenten lange Zeit auf das Beste lenken sollten.
Zu dieser Zeit wechselte auch das Amt des Schriftführers. Bis dato hatte dies Benedikt Mayer seit 1918, also 48 Jahre lang, peinlichst genau ausgeführt. Ihm ist an dieser Stelle ein besonderer Dank auszusprechen. Ohne seine genauen Aufschriebe wäre diese Chronik so nicht möglich gewesen. Einige Berichte hat dann Mayer jun. geschrieben, einige Vorstand Josef Loritz, und 1968 übernahm Josef Singer aus Matzen das Amt.
 

Die Freundschaft mit der Musikkapelle Röfingen
Diese begann anlässlich des dortigen Musikfestes vom 28.–29. Juni 1969. Josef Stadelmann, der Bruder unseres langjährigen Bassisten Gebhard, hatte diese Verbindung hergestellt. Trotz eines wahren Marathonprogramms, man spielte am Samstag Wertungsspiel, am Sonntag Weckruf, umrahmte den Gottesdienst mit der „Schubert Messe“, nahm am Festzug teil und spielte von 16.00 – Mitternacht zur Unterhaltung der Gäste im Festzelt, fand sich noch Zeit um mit den Röfi nger Musikanten enge Freundschaft zu schließen. Schon im Mai des folgenden Jahres wurden diese zu einem Gegenbesuch eingeladen, worauf mehrere Treffen folgten. 1980, bei unserem letzten großen Musikfest, führten die Röfinger unseren Festzug an, und 1982 durften wir das Feuerwehrfest in Röfingen musikalisch umrahmen. Zur Zeit liegt diese Freundschaft leider etwas auf Eis, aber vielleicht ergibt sich ja in der Zukunft eine Gelegenheit diese wieder zu erwärmen.

 

Die Gründung Argenbühls
Schon vor diesem Ereignis, als wollte man der Politik vorgreifen, fand 1968 ein Doppelkonzert mit der Musikkapelle Eglofs statt. Dieses war der Auftakt einer ganzen Reihe von Konzerten, die abwechselnd in Eglofs und in Eisenharz stattfanden. Am 12. Juni 1972 hatte dann die Musikkapelle Eisenharz die Ehre, der Amtseinsetzung von Bürgermeister Paul Mayer musikalischen Glanz zu verleihen. Von 1973 an wurden mehrere Gemeinschaftskonzerte der fünf Argenbühler Musikkapellen abgehalten, welche beim Publikum sehr großen Anklang fanden, und heute, etwas abgewandelt, in Form des „Sternmarschs“ ihre Fortsetzung fi nden. Zum ersten Konzert hatte Walter Schneider, damals Mitglied der Musikkapelle Eisenharz, die „Argenbühler Polka“ komponiert, welche mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. Auch in der Kirchengemeinde St. Benedikt in Eisenharz begann am 5. Dezember 1971 ein neues Kapitel. Mit großer Freude und der Anteilnahme der ganzen Gemeinde wurde die Investitur von Pfarrer Hänsler gefeiert.

 

Das 110-jährige Dirigentenjubiläum im Hause Weber Albris
Dieses wohl einmalige Fest wurde am 5. Januar 1975 auf Initiative von Schriftführer Josef Singer gefeiert. Seit 1864 befand sich der Dirigentenstab in den Händen der Schmiedemeister aus Albris. Anlässlich eines Konzerts im Sonnensaal gratulierte Bezirksvorsitzender Sepp Mahl und überreichte dem Hause Weber im Namen des Volksmusikerbundes dessen höchste Auszeichnung, die Bundesehrenmedaille am Bande. Bürgermeister Mayer und Pfarrer Hänsler gratulierten, und Vorstand Josef Loritz sprach den Dank der Musikkapelle aus. Die Ambosspolka, bei vielen Festen der Familie Weber aufgeführt, durfte an diesem Abend natürlich nicht fehlen. Zusammen mit seinen Brüdern Josef und Franz, und Schmiedemeister Eugen Rast schmiedete Dirigent Georg Weber das glühende Eisen.

 

Die Musikkapelle verjüngt sich
Im März 1975 wurde die erste Alteisensammlung durchgeführt. Auf zum Teil abenteuerliche Weise wurde in der gesamten Gemeinde das Altmaterial zusammengetragen. Freudiger Anlass war der Finanzbedarf, der auftrat, um Instrumente für 20 Jungmusikanten, die sich zur Ausbildung angemeldet hatten, zu beschaffen! Dank der Arbeit von Georg Weber und Helfern aus den Registern durften sich 15 davon schon zum Herbstkonzert im gleichen Jahr mit dem „Alpha Marsch“ der Öffentlichkeit vorstellen.
Viele der jungen Musikanten blieben bei der Stange und konnten 1977, als krönenden Abschluss ihrer Ausbildung, beim Wertungsspiel in Roggenzell, einen 1. Rang mit Auszeichnung in der Mittelstufe feiern. Angetreten war man mit 34 Musikanten, davon 16 Jugendlichen!

 

 

Kapelle beim Musikfest 1980
3. Reihe stehend: Gerhard Weber (ohne Bild), Josef Weber, Bernhard Zeh, Hugo Jocham, Hansjörg Rasch, August Zwerger, Hilde Stadelmann, Hermann Bodenmiller, Karl Weber, Ingrid Weber, Hansjörg Weber, Rudi Weber, Josef Wucher, Bernhard Kolb.
2. Reihe stehend: Gebhard Stadelmann, Josef Singer, Hans Pfurrer, Josef Singer, Werner Locher, Eugen Weber, Georg Weber, Josef Zeh, Franz Schönberger, Hermann Schele, Adalbert Weber, Gebhard Stadelmann.
1. Reihe sitzend: Veronika Weber, Gabi Weber, Sabine Brunold, Josef Loritz, Gerhard Strodel, Theodor Walser, Alfred Lanzenberger, Ingrid Singer, Brigitte Wucher, Otto Mayer.

 

Ein ereignisreiches Jahr 1977
Am 13. und 14. August feierte Pater Thomas Mayer, langjähriger Trompeter der Musikkapelle, Primiz in Eisenharz. Vor elf Jahren hatte er sich entschieden in den Benediktinerorden einzutreten. Die Musikkapelle feierte mit der gesamten Gemeinde dieses Fest, und die gemeinsame Freude mit dem Primizianten war größer als die leise Wehmut einen guten Musikanten verloren zu haben. Der Schützenverein hatte erstmals in seiner Vereinsgeschichte eine Fahne angeschafft, welche am 16. Oktober 1977 feierlich geweiht wurde. Seit 1977 nimmt die Musikkapelle auch regelmäßig an den Standkonzerten in Isny teil, am Anfang noch in der Fußgängerzone, heute beim Pavillon am Kurhaus. In der „Alten Schule“ konnten wir ebenfalls 1977 nach einigen Arbeiten für die Inneneinrichtung ein neues Probelokal beziehen.
 

Das Musikfest 1980
begann eigentlich schon 1979! Und zwar mit der Anschaffung einer neuen Tracht, die wegen der vielen neu hinzugekommenen Jungmusikanten und dem Verschleiß der alten Tracht notwendig geworden war. Am 6. Mai 1979 wurde diese anlässlich eines Frühjahrskonzerts der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein wichtiges Datum ist der 14. Mai 1979. Dies ist der Tag, an dem in einer Versammlung die Gründung eines eingetragenen, gemeinnützigen Vereins beschlossen wurde. Der zu diesem Verein gewählte Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
 

Dirigent: Georg Weber,
1. Vorstand: Josef Loritz,
2. Vorstand: Gebhard Stadelmann,
Schriftführer: Josef Singer,
Kassier: Theodor Walser,
Beisitzer: Josef Zeh, Franz Schönberger, Otto Mayer, Hansjörg Weber
 

Es wurde dann von Vorstand Josef Loritz eine Satzung erstellt, die bei einer außerordentlichen Generalversammlung am 10. Oktober 1979 verabschiedet wurde. Die bisher erreichten Erfolge in der Mittelstufe und auch das bevorstehende Musikfest hatte Dirigent Georg Weber wohl im Blick, als er sich entschloss am 15. Juli 1979 in Molpertshaus zum ersten Mal beim Wertungsspiel in der Oberstufe teilzunehmen. Belohnt wurde die Kapelle für diesen Mut mit einem guten 1. Rang.
Vom 11. bis 14. Juli 1980 fand dann das 4. Kreisverbandsmusikfest statt. Zu den „Eisenharzer Musiktagen“, wie Vorstand Josef Loritz sie nannte, kamen 21 Kapellen zum Wertungsspiel, und 16 Gruppen nahmen beim Jugendkritikspiel teil. Am Festzug waren 59 Musikkapellen, 9 Festwagen, sowie Festreiter und Landauer beteiligt.
Anlässlich des Festbanketts am Samstag Abend erhielt die Kapelle durch Landrat Dr. Blaser die „Pro Musica Plakette“ verliehen. Auch besonders verdiente Musikanten wurden geehrt.
Dank der umsichtigen Organisation von Vorstand Josef Loritz und des Festkomitees sowie der Mithilfe des ganzen Dorfes konnten wir trotz des regnerischen Wetters ein herrliches Fest feiern, das allen in Erinnerung bleiben wird.

 

 

Schon 2 Jahre später, an Pfingsten 1982, stand wieder ein großes Festzelt in Eisenharz. Der Trachtenverein veranstaltete bei herrlichem
Wetter das 40. Bodenseegautrachtenfest in Eisenharz. Wir durften den Festabend, den
sonntäglichen Weckruf, den Kirchgang und den Frühschoppen musikalisch umrahmen. Natürlich waren wir auch beim farbenfrohen Festzug dabei.


Generationswechsel
Dieser begann mit der Generalversammlung am 15.01.1982 und brachte einen Wechsel in der Vorstandschaft. Aus gesundheitlichen Gründen legten Theodor Walser (Kassier von 1966 bis 1982) und Josef Singer (Schriftführer von 1968 bis 1982) ihre Ämter nieder. Einstimmig wurden Hermann Schele zum Kassier und Brigitte Wucher zur Schriftführerin gewählt.
Beim Herbstkonzert 1983 spielte Josef Zeh aus Willatz das letzte Mal bei der Musikkapelle Eisenharz mit. Er war 54 Jahre lang ein hervorragender Musikant unserer Kapelle, spielte Trompete, Bariton und Flügelhorn und war wegen seines Humors und seiner Hilfsbereitschaft bei jung und alt beliebt.
Die Wertungsspiele 1982 in Isny und Röthenbach sowie 1983 in Ratzenried, wo man mit 39 Musikern, davon 13 Jugendlichen, in der Oberstufe jeweils einen 1. Rang mit Belobigung erreichte, bestätigten Georg Weber und seine Musikanten darin, dass man den Schritt in die Oberstufe 1979 zu Recht gegangen ist.
Am 1. Dezember 1984 fand das letzte große Konzert unter der Leitung von Georg Weber statt. Vom Bezirksvorsitzenden Eugen Traub wurde er mit der Goldenen Ehrennadel für 25 Jahre Arbeit als Dirigent ausgezeichnet. Georg Weber hat in diesen 25 Jahren die Kapelle stets weiterentwickelt und durch seine engagierte und zeitaufwändige Jugendarbeit für die Zukunft aufs beste gerüstet. Und dies geschah alles neben seiner großen beruflichen Belastung als selbstständiger Handwerker, und seinen anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten als Gemeinderat und Mitglied des Kirchenchors. Bei der folgenden Generalversammlung im Januar 1985 trat Georg Weber offiziell zurück und übergab sein Amt dem mit sehr großer Mehrheit gewählten, bisherigen 2. Dirigenten, Otto Mayer.
 

Dirigent Otto Mayer
war für die Musikkapelle natürlich kein Unbekannter. Zum einen war er schon über 20 Jahre Klarinettist in Eisenharz und zum anderen hatte er schon seit 1975 als 2. Dirigent Auftritte der Musikkapelle geleitet. Durch einen Dirigentenkurs hatte er sich für diese Aufgabe vorbereitet und qualifiziert. Das erste Konzert mit dem neuen Dirigenten am 30. November 1985 wurde natürlich von der ganzen Gemeinde mit Spannung erwartet. „Aber was geboten wurde konnte auch vor kritischen Ohren bestehen“, so der Pressebericht in der Schwäbischen Zeitung.
Otto Mayer setzte die bestehende Tradition der Musikkapelle fort. Wenn auch die Stücke moderner wurden, zur Unterhaltungsmusik auch Showelemente dazukamen, Ziel war es, wie bisher auch, jährlich ein anspruchsvolles Konzert zu bieten, und schon 1986 stellte sich Otto Mayer mit seinen Musikerinnen und Musikern in Maierhöfen mit sehr großem Erfolg der Kritik der Wertungsrichter.


Die Freundschaft zum Musikverein Eichberg (Schweiz)
Diese begann schon 1984. Auf Vermittlung von Eugen Traub waren wir am 30. Juni zum Freundschaftstreffen des Musikvereins in die Schweiz gereist. Dort unterhielten wir am gleichen Abend die Gäste im Festzelt, am folgenden Sonntag beteiligten wir uns am Festzug und unterhielten anschließend die Festgäste mit unserer Musik. 1985 war dann ein Gegenbesuch fällig. Die Musikkapelle veranstaltete ein Weinfest, das die Eichberger musikalisch umrahmten und wozu sie uns erstklassige Musik und ein ebenso gutes Sitzfleisch mitbrachten.

 

Kapelle 1992
jeweils von links: 1. Reihe: Otto Mayer (Dirigent), Petra Loritz, Karin Wielath, Josef Loritz, Birgit Mayer, Alfred Lanzenberger, Birgit Jocham, Birgit Klaus, Ingrid Natterer, Hans Aschenbrenner, Sabine Brunold, Brigitte Wucher
2. Reihe: Margret Rasch, Hermann Bodenmiller, Anette Lanzenberger, Adalbert Weber, Hansjörg Probst, Eugen Weber, Hans Pfurrer, Ernst Rasch, Werner Locher, Hermann Schele, Franz Schönberger jun., Clemens Volkwein, Franz Schönberger sen., Volker Hamberger, Günther Mayer, Stefan Hege
3. Reihe: Martin Wucher, Andreas Loritz, Thomas Sutter, Hugo Jocham, Stefan Sutter, Andreas Mayer, Frank Rait, Gerhard Weber, Hansjörg Weber, Klaus Kempter, Christoph Schwarz
4. Reihe: Josef Wucher, Gebhard Stadelmann, Josef Singer, Karl Weber, Marcel Hermann, Rudolf Weber, Berthold Hege, Bernhard Kolb

 

Zur Feier des 1100-jährigen Bestehens der Gemeinde war die Musikkapelle dann nach Eichberg eingeladen worden. Wir unterhielten abends die Gäste im Festzelt mit einem Unterhaltungsprogramm und spielten nach einer langen Nacht am Sonntag zum Frühschoppen in der Mehrzweckhalle und anschließend zum Umzug.

 

Die Freundschaft zu den Eichbergern wird immer wieder durch gegenseitige Besuche bei Konzerten und Veranstaltungen gepflegt. Ein vorläufiger Höhepunkt war sicher das gemeinsame Doppelkonzert am 30. November 2002 in Eisenharz. Wir hoffen natürlich, dass diese Freundschaft noch lange Bestand hat.


Jubiläen sind zu feiern
Wir können in der Gemeinde auf ein reges Vereinsleben mit einer langen Tradition stolz sein. Dies gilt auch für die Kirchengemeinde, die zudem viele bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht hat. Da ergibt es sich, dass immer wieder besondere Jubiläen zu feiern sind.
Der Schützenverein Eisenharz feierte am 29. September 1985 sein 125-jähriges Bestehen. Am 16.Mai 1987 beging der Turnverein Eisenharz mit einem Festbankett sein 75-jähriges Bestehen, und am 1. und 2. Oktober 1988 war das 40-Jährige Bestehen des Heimat- und Trachtenvereines Gießbachtaler Eisenharz zu feiern.
Mit seiner Heimatgemeinde feierte Pater Nikolaus Wucher am 13. Juli 1986 sein 25-Jähriges Priesterjubiläum, und wir hatten die Ehre den Festgottesdienst und die anschließende Feier musikalisch zu umrahmen. Am 26. Oktober 1986 fand ein Pfarrfest anlässlich des Abschlusses der Arbeiten zur grundlegenden Neugestaltung des Innenraums unserer Pfarrkirche statt.
Ebenfalls in seiner Heimatgemeinde hielt der Geistliche Rat Pater Erhard Kolb am 12.Juli 1987 sein 50-Jähriges Priesterjubiläum. Den Festgottesdienst zu diesem besonderen Fest umrahmte, zusammen mit dem Kirchenchor, eine Bläsergruppe der Musikkapelle. Auch die anschließende Gemeindefeier wurde von der Musikkapelle musikalisch gestaltet.


Ehrenmitglieder werden ernannt
Das Herbstkonzert 1986 war nicht nur einer der musikalischen Höhepunkte dieses Jahres. Anlässlich dieses Konzerts wurde Georg Weber zum Ehrendirigent und Gebhard Stadelmann zum Ehrenmitglied der Kapelle ernannt. Georg Weber war 45 Jahre Musikant der Musikkapelle Eisenharz, 25 Jahre davon als Dirigent, in denen er die Kapelle mit viel Einsatz und Können leitete. Gebhard Stadelmann war 63 Jahre als Bassist aktiv, eine auch im Vergleich des ganzen Blasmusikverbandes sehr lange Zeit. Für diese Leistungen wurden beide vom Verbandsvorsitzenden Eugen Traub mit der Ehrenmitgliedschaft des Kreisverbands Ravensburg
ausgezeichnet.
Auch die Musikkapelle Eisenharz hatte beschlossen Georg Weber und Gebhard Stadelmann die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Von Vorstand Josef Loritz erhielten beide eine Urkunde, und jeweils eine wertvolle, von Schriftführerin Gitti Wucher verfasste Chronik über ihre Zeit mit der Musikkapelle.
Das Herbstkonzert am 21. November 1987 fand als Doppelkonzert mit der Musikkapelle Siggen in der Turn- und Festhalle in Eglofs statt. Josef Weber, allseits als „Schmied’s Sepp“ bekannt, war zu diesem Zeitpunkt über 50 Jahre Hornist in Eisenharz, und
wurde von Eugen Traub zum Ehrenmitglied des Kreisverbands Ravensburg ernannt. 1991 diente wieder ein Herbstkonzert als Anlass verdiente Musikanten zu ehren. August Zwerger, seit 50 Jahren Tenorhornist in der Musikkapelle Eisenharz, wurde Ehrenmitglied des Kreisverbands Ravensburg. Vorstand Josef Loritz erhielt für seine großen Verdienste, die er sich in seinen 25 Jahren als Vorstand und 40 Jahren als Musikant erworben hat, die höchste Auszeichnung des Landesmusikverbandes Baden Württemberg, die Landesfördermedaille in Gold.
 

Argenbühler Sommer
Die Gemeinde Argenbühl hat beschlossen von den Feriengästen Kurtaxe zu erheben. Dafür muss natürlich auch etwas geboten werden. Neben vielen anderen Veranstaltungen gestalten die Argenbühler Musikkapellen seit dieser Zeit je zwei Sommerabendkonzerte im Jahr, die immer im Freien stattfinden, und von Einheimischen und Feriengästen gerne angenommen werden. Die Musikkapelle Eisenharz spielte das erste am 14. Juli 1987 in Eisenharz.

 

Abschied von Pfarrer Hänsler
Pfarrer Anton Hänsler war 17 Jahre Seelsorger der Gemeinde St. Benedikt in Eisenharz. Am 21. August 1988 hieß es für ihn, von der Gemeinde und auch für die Musikkapelle Abschied zu nehmen, da Pfarrer Hänsler auf Anordnung des Bischofs nun die Gemeinde Niederwangen seelsorgerisch betreuen musste. Mit einem Festgottesdienst und einer anschließenden Gemeindefeier, in der er viele Dankesworte und Geschenke erhielt, verabschiedete sich Pfarrer Hänsler von der Gemeinde. Sein Nachfolger, Pfarrer Sprenger aus Eglofs, betreute die Gemeinde von nun an mit, er und Diakon Schmidt wurden von der Gemeinde an dieser Feier herzlich begrüßt.


Die Musikkapelle Eisenharz auf Tournee
Diese begann mit einer Fahrt vom 13. - 16. Juli 1990 zum „Donau-Folklore-Festival“ nach Ungarn. Während dieser unvergesslichen Reise besuchte die Musikkapelle die Städte Kecskemet, Budapest, Kalocsa und das größte

Budapest 1990

 

Weinkellerdorf Europas, die Ortschaft Hajos. Musikalischer Höhepunkt war ein Standkonzert vor der Fischerbastei, gelegen auf dem Burghügel von Buda, hoch über der Donau.

Zusammen mit dem Trachtenverein fuhr die Musikkapelle am 24. und 25.August 1991 auf Einladung des dortigen Akkordeonorchesters nach Leingarten bei Heilbronn. Für diesen Abend hatte Dirigent Otto Mayer ein richtiges Showprogramm eingeübt. Zusammen mit dem Trachtenverein und Joe Singer als Ansager präsentierten wir dem Publikum eine musikalische Weltreise, die im Allgäu begann und über Russland, Amerika, Mexico, zur Tigerjagd nach Indien und bis nach Spanien führte. Dieser Auftritt war ein großer Erfolg, den die Kapelle schon 2 Wochen später, diesmal in Eichberg, anlässlich der 1100-Jahr Feier wiederholen konnte. 1993 ging es wieder auf die Reise, am 5. und 6. Juni gestalteten wir einen Unterhaltungsabend in Lauterbach, und am 28. und 29. August waren wir noch einmal in Leingarten, wieder unterstützt vom Trachtenverein, zu Gast.


Das Frühlingsfest
Da die Kapelle mit diesen Auftritten im „Ausland“ so gut angekommen war, bot es sich an, dieses Programm auch einmal dem heimischen Publikum vorzuführen. Aus dieser Überlegung entstand das Frühlingsfest, das die Musikkapelle seit dem 29. April 1992 in zweijährigem Turnus veranstaltet. Viele Programmpunkte wie der Musikantenstadl, die Schlagerparade, das aktuelle Sportstudio, das Königlich Bayerische Amtsgericht, die Misswahl, der Blumenjoe, Zirkus RonKarle und immer wieder die Singer Sänger werden wohl noch lange in Erinnerung bleiben Neben diesen Showprogrammen wurde dem Publikum auch immer gute Blasmusik geboten, die immer live und immer von der Musikkapelle Eisenharz gespielt wurde.


Einladung zum Geburtstag von Helmut Maucher
Präsident der Nestle AG Schweiz. Diese Einladung zum 65. Geburtstag eines großen Gönners der Musikkapelle war für diese natürlich eine große Ehre und Verpflichtung. Fast die ganze Kapelle machte sich am 9. und 10. Oktober 1993 auf die Fahrt nach Bad Homburg, wo sie im Hotel Maritim untergebracht unddort exklusiv mit Speis und Trank verwöhnt wurde.

 

Das Ständchen fand dann im Hotel Steigenberger statt. Mit dem Marsch „San Carlo“ zog die Kapelle in den Festsaal ein. Vorstand Josef Loritz fand die richtigen Worte, bedankte sich für die Einladung, überbrachte Grüße aus Eisenharz und gratulierte Helmut Maucher herzlich zu dessen Geburtstag.
Unter den Gästen befand sich auch der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, den Josef Loritz ebenfalls begrüßte und darauf hinwies, dass wir den Bundeskanzler alle kennen, er aber uns nicht, was sich im Laufe des Abends aber noch ändern könne. Nach einigen Musikstücken, darunter dem Arrangement „Der Jäger aus Kurpfalz“ zu Ehren des Bundeskanzlers verabschiedete sich die Kapelle mit dem Marsch „Funkelnde Sterne“.
Diese zwei Tage in Bad Homburg waren für die Musikanten ein unvergessliches Erlebnis, an das diese noch lange zurückdenken werden.

 

Wachwechsel bei der Musikkapelle Eisenharz
Schon vor dem Herbstkonzert 1995 hatte Otto Mayer angekündigt, dass er nach 10 Jahren als Dirigent das Amt weitergeben wolle. Die gesamte Kapelle bedauerte dies sehr, musste jedoch diese Entscheidung akzeptieren und war froh, dass Otto Mayer als Klarinettist weitermusizierte.
In seiner Zeit als Dirigent hat die Kapelle fünfmal erfolgreich am Wertungsspiel in der Oberstufe teilgenommen. Vier Wertungsspiele waren mit einem Stundenchor zu bewältigen. Die Ausbildung der Jugend wurde verstärkt vorangetrieben, das Schlagzeugregister verstärkt, ein kompletter Saxophonsatz und die Stimme der Oboe besetzt. In seinen 11 Konzerten gelang es Otto Mayer auch verstärkt jugendliches Publikum in den Konzertsaal zu ziehen.
Bei der Generalversammlung am 13. Januar 1996 stellte sich Josef Loritz nach 30-jähriger Vorstandstätigkeit nicht mehr zur Wahl. Natürlich wurde dieser Rücktritt innerhalb der Kapelle sehr bedauert, aber angesichts der großen Leistung von Josef Loritz musste man diesen Schritt respektieren. In seine Amtszeit fiel die Vereinsgründung 1979, die Beschaffung der neuen Tracht 1979, das Musikfest 1980, die Einrichtung von zwei neuen Proberäumen und die Organisation von unzähligen Auftritten, Konzerten, Ausflügen und vielem, was sonst noch innerhalb einer Musikkapelle anfällt.
Mit seinem Organisationstalent und mit seiner Gabe in freier Rede die Dinge humorvoll auf den Punkt zu bringen, hat er es immer wieder geschafft, die Musikkapelle Eisenharz in das beste Licht zu rücken.
Nach einer Satzungsänderung wurde dann einstimmig ein Vorstandsteam, bestehend aus Rudolf Weber aus Eisenharz und Josef Singer aus Matzen gewählt. Sie erklärten sich bereit die Geschicke der Musikkapelle in Zukunft weiterzuführen.
Auch Hermann Schele, seit 15 Jahren Kassier, stellte sich bei dieser Generalversammlung nicht mehr zur Wahl. Der neue Vorstand dankte dem Kassier für die genaue und sorgfältige Kassenführung während seiner Amtszeit. Als Nachfolger wurde Klaus Kempter gewählt.

 

Dirigent Fritz Hutter
Nachdem sich aus den eigenen Reihen niemand für das Dirigentenamt gefunden hat, war die Musikkapelle froh, dass sich Fritz Hutter bereit erklärte, dieses Amt zu übernehmen. Er war der Kapelle ja als Dirigent der Musikkapelle Roggenzell und als Bezirksdirigent bestens bekannt. Von ihm konnte die Kapelle nur dazulernen.
Am 6. Juni 1996, dem Fronleichnamsfest, traten wir unter der Leitung von Fritz Hutter erstmals auf. Es folgten die üblichen Sommer-Auftritte, und am 20. November 1996 das Herbstkonzert, welches ein großer Erfolg wurde. Teil dieses Konzerts waren auch die Ehrung von Josef Loritz, der für seine Leistungen als Vorstand mit der Goldenen Verdienstmedaille des Internationalen Musikbundes ausgezeichnet wurde. Die Kapelle hatte überdies beschlossen Josef Loritz mit der Ehrenvorstandschaft zu ehren. Otto Mayer und Hermann Schele wurden mit der Ehrenmedaille in Silber geehrt. Auf Anregung von Fritz Hutter veranstaltete die Musikkapelle, zusammen mit dem Kirchenchor, am 16. März 1997 ein Kirchenkonzert. Diese Konzerte führen wir auch heute noch regelmäßig und gerne weiter.
Am 26. April 1997 nahm die Kapelle in Kempten, und gleich am Tag danach in Heimenkirch am Wertungsspiel teil. Die eigentlichen Musikfeste fanden dann erst im Juni statt. Unvergesslich wird der Kapelle wohl der „Privatumzug“ in Kempten bleiben, bei dem uns Fritz Hutter, nachdem der offizielle Umzug wegen schlechten Wetters abgesagt worden war, mit klingendem Spiel durch ganz Kempten über alle roten Ampeln zum Festzelt führte. Dort wurde Musikkapelle und Dirigent für die Probenarbeit mit einem 1. Rang mit Auszeichnung belohnt.

 

 

 

 

 

Otto Mayer, Georg
Weber, Fritz Hutter,
Karl Weber

 

 

 

 

Das erste Sommerfest der Musikkapelle fand am 14. Juni 1997 statt. Seither hatten wir jedes Jahr Wetterglück, und wir konnten diese Veranstaltung immer durchführen.
Leider konnte Fritz Hutter das Dirigentenamt wegen einer Krankheit seiner Frau nicht weiterführen und musste auch das geplante Herbstkonzert absagen. Anlässlich einer Weihnachtsfeier am 7. Dezember 1997 wurde er offiziell verabschiedet. Wir sind ihm zu großem Dank dafür verpflichtet, dass er uns in dieser schwierigen Zeit geholfen hat.

 

Dirigent Karl Weber
sprang dann ins kalte Wasser und übernahm das Dirigentenamt. Durch seine Ausbildung als Tenorhornbläser / Posaunist und seine Erfahrungen, die er beim Heeresmusikchor 10 Ulm, bei der Stadtkapelle Kempten, und als Dirigent der Musikkapelle Christazhofen sammeln konnte, war er dafür bestens qualifiziert, und die Kapelle freute sich sehr, wieder einen Leiter aus den eigenen Reihen zu haben.

Der Anfang war allerdings schwierig, da sich das Trompetenregister jeweils aus privaten Gründen auflöste. Die ersten größeren Auftritte mit Karl Weber als Dirigent waren das Kirchfest zur Feier des 900-jährigen Bestehens der Kirchengemeinde am 11. und 12. Oktober 1997 und die Feier zur Ernennung von Helmut Maucher zum Ehrenbürger der Gemeinde Argenbühl am 16. Januar 1998. Zusammen mit dem Kirchenchor, den Geschwistern Merath und dem Blechbläserquintett aus den eigenen Reihen gab die Musikkapelle den Feiern einen musikalischen Rahmen.

 

Ereignisreiches Jahr 1998
Am 18. April fand wieder ein Frühlingsfest statt, das Sommerfest am 20. Juni 1998, und am 11. und 12. Juli 1998 machten wir uns auf den Weg nach Friedingen, wo wir einen Unterhaltungsabend und den Frühschoppen bestritten. Das schon erwähnte Blechbläser-Quintett unter der Leitung von Andreas Loritz beteiligte sich am 20. Juni 1998 am Jugendkritikspiel in Gebrazhofen. Auf das Ergebnis, die Note „Sehr gut“, können sie sehr stolz sein. Ehrenbürger Helmut Maucher hatte zum Bau des neuen Argenbühler Rathauses in Eisenharz einen Brunnen gestiftet. Dieser wurde am 16. August 1998 eingeweiht. Das Rathaus selber wurde am 18. Oktober von Pfarrer Sprenger gesegnet und mit den Klängen der Musikkapelle dann seiner Bestimmung übergeben.
Am 22. August 1998 hatte sich Karl Weber von der Musikkapelle einen Tag frei genommen. Er hatte einen besonderen Grund dazu, er heiratete an diesem Tag seine Braut Silvia Boneberg. Die Musikkapelle ließ es sich nicht nehmen, das Brautpaar den ganzen Tag musikalisch zu begleiten, und erlebte dabei ein wunderbares Hochzeitsfest.
 

Der Heimat- und Trachtenverein feierte am 5. und 6. September sein 50-jähriges Bestehen. Der Festakt am Samstag Abend, der Kirchgang und der anschließende Frühschoppen wurde von der Musikkapelle umrahmt.

 

 

 

 

Unterhaltungsauftritt 1997

 

Pfarrer Sprenger und Diakon Schmidt gingen am 27.09.1998 in den Ruhestand und wurden von der Gemeinde mit einem Gottesdienst verabschiedet. Die Musikkapelle spielte als Dank für die beiden in der ganzen Gemeinde beliebten Männer.
Es folgte am 5. und 6. Dezember die Fahrt nach Berbisdorf, um dort die „Argenbühler Strasse“ einzuweihen. Den konzertanten Schluss setzte die Bläserjugend mit einem Weihnachtsvor-
spiel im Bürgersaal des neuen Rathauses.

 

Besondere Auftritte
Ein gutes Jahr nach seiner Amtsübernahme leitete Karl Weber am 28.11.1998 sein erstes Herbstkonzert, das vom Publikum sehr positiv aufgenommen wurde. Es folgte das Kirchenkonzert, gemeinsam veranstaltet mit dem Kirchenchor am 14. März 1999, und am 17.April 1999 ein Konzert zu Ehren des Komponisten Walter Schneider, der in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feierte. Zum Herbstkonzert 1999 war die Musikkapelle Kurtatsch aus Südtirol zu einem Doppelkonzert gekommen. Sie erwiderte damit einen Besuch, den die Musikkapelle Eisenharz im Jahr 1995 in Südtirol gemacht hatte. Durch die Vermittlung unseres Musikfreunds Hubert Peer durfte die Kapelle damals, noch unter Leitung von Otto Mayer, die Gäste des Weinfestes der örtlichen Kellerei unterhalten. Das Konzert ist auch wegen der 11 Jungmusikanten erwähnenswert, die an diesem Tag ihre Premiere auf der Bühne hatten.
Die folgenden beiden Jahreskonzerte wurden von der Musikkapelle Eisenharz alleine bestritten, wobei Karl Weber auch Neuerungen einführte. Beim Konzert 2001 spielte zum Beispiel das Klarinettenregister alleine 3 Stücke. Bei diesem Konzert durften wir auch die Komposition „Adagio“ unseres Tenorhornisten Bernhard Zeh erstmals aufführen. Ebenfalls zu diesem Anlass kam die neu erworbene Bassklarinette, gespielt von Martina Weber, zum Einsatz.
Im Jahr 2001 war es wieder Zeit an einem Wertungsspiel teilzunehmen. Dieses fand in Leutkirch statt, und mit der Note „Sehr gut“ erreichte die Musikkapelle ein Wunschergebnis. Die gleiche Note stand auf der Urkunde, die der Kapelle nach dem Wertungsspiel im Jahr 2003 in Roggenzell überreicht wurde. Eine Gruppe von 10 Musikanten hatte sich dort am Kritikspiel beteiligt. Weitere Konzerte folgten, wobei das Jahreskonzert 2002, wie schon berichtet, zusammen mit den Freunden aus Eichberg in der Schweiz stattfand.

 

Trauer um verstorbene Ehrenmitglieder
Sieben Ehrenmitglieder musste die Musikkapelle in der Zeit von 1997 bis heute auf ihrem letzen Gang begleiten. Am 16. August 1997 Fähnrich Wilhelm We- ber, am 23. September 1997 Flügelhornist und Schriftführer Benedikt Mayer, am 8. Juli 2000 Komponist Walter Schneider, am 04. November 2000 Tenorhornist Gustl Zwerger, am 20. Dezember 2002 Flügelhornist Josef Singer, am 24. Mai 2003 Hornist Josef Weber und am 27. Oktober 2004 Trompeter, Baritonbläser und Flügelhornist Josef Zeh. Die Musikkapelle wird ihnen immer ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Wichtige Auftritte
sind für Karl Weber, wie auch für seine Vorgänger, immer auch die Auftritte das ganze Jahr über. Diese gehören genauso zu unseren Aufgaben wie die Konzerte. Trotzdem freut sich die Musikkapelle natürlich, wenn ein besonderer Anlass bevorsteht, wie zum Beispiel die Frühlingsfeste in den Jahren 1998, 2000 und 2002, oder der Auftritt bei der Landesgartenschau am 20. Mai 2000 und der Ausfl ug nach Strümpfelbach am 23. September 2000.
Vom 21. bis 23. September 2001 waren wir wieder nach Südtirol zum Weinfest eingeladen. Die schon bestehenden Freundschaften wurden dabei gefestigt und neue geknüpft. Wegen der großen Entfernung sind unsere Treffen nicht so häufig, dafür aber um so herzlicher.
Einen besonderen Festtag erlebte die Musikkapelle am 17. Mai 2002. Ehrendirigent Georg Weber und seine Frau Anni feierten an diesem Tag das seltene Fest der Goldenen Hochzeit, das die Kapelle den ganzen Tag über musikalisch begleiten durfte.
Stolz konnte Dirigent Karl Weber beim Herbstkonzert 2003 dem Publikum sechs Jungmusikanten vorstellen. Neben seiner Probenarbeit mit der Kapelle hat er sich die Zeit genommen, drei davon selber an der Trompete auszubilden. Auch heute noch werden diese Jungmusikanten von ihm regelmäßig betreut.

 

Das Musikfest 2005
wirft natürlich schon seine Strahlen voraus, sichtbar besonders an der neuen Tracht, die von der Musikkapelle seit dem Herbstkonzert 2004 getragen wird. Intensive Vorbereitungen durch die Vorstände Rudolf Weber und Josef Singer sowie durch die Musikanten, aber vor allem die finanzielle Unterstützung der ganzen Gemeinde machten es möglich, dieses schmucke „Häs” beim Herbstkonzert 2004 der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Musikkapelle freut sich sehr über die neue Tracht und trägt sie mit Stolz. Diese neue Tracht ist natürlich auch eine Verpflichtung. Wie bisher wird die Musikkapelle Eisenharz auch in Zukunft kleine und große sowie traurige und fröhliche Anlässe mit ihrer Musik begleiten.

Musikkapelle Eisenharz im Jubiläumsjahr 2005
jeweils von links: 1. Reihe: Hanna Schneider, Hermann Bodenmiller, Michaela Dieing, Martina Weber, Elisabeth Hege, Regina Weber, Cornelia Weber, Moritz Dingler, Birgit Merath, Bernd Stadelmann, Annegret Mayer, Berthold Merath, Anette Jocham
2. Reihe: Hans Pfurrer, Ernst Rasch, Ingrid Mayer, Carina Harrer, Eva Bernhard, Isabell Natterer, Sebastian Rast, Sebastian Weber, Christoph Natterer, Hansjörg Weber, Günther Mayer, Volker Hamberger, Holger Jocham
3. Reihe: Florian Rast, Michael Haberl, Christoph Schwarz, Florian Reitemann, Christoph Volkwein, Klaus Kempter, Stefan Weber, Stefan Sutter, Karl Weber (Dirigent)
4. Reihe: Bernhard Kolb, David Hermann, Joachim Schele, Ellen Rauneker, Rudolf Weber, Andreas Loritz, Josef Wucher, Josef Singer